M.  II

2.  Die  Kostentheorien.

57

Der  Grundgedanke  aller  dieser  Beweisführungen  ist  etwa  folgender.
Durch  Verwendung  von  Kapitalsgütern  treffen  die  Ergebniffe
früherer  Produktionsprozesse  mit  einem  gegenwärtigen  Produktionsprozesse ­
  zusammen.  Eine  Verteuerung  des  Arbeitslohnes  drückt  den
Unternehmergewinn  des  jetzigen  Produktionsprozesses  herab.  Auf
die  in  früheren  Produktionsprozessen  hergestellten  Kapitalsgüter
überträgt  sich  nun  zwar  die  Verringerung  des  Unternehmergewinnes,
nicht  aber  die  Erhöhung  des  Arbeitslohnes,  so  daß  dadurch  der
Wert  der  mit  Kapitalsgütern  hergestellten  Ware  sinkt,  und  zwar
umsomehr,  je  länger  und  häufiger  diese  Kapitalsgüter  in  der  Produktion ­
  verwendet  werden.  Damit  gewinnt,  wie  Ricardo
in  einem  Briefe  an  Mc.  Culloch  hervorhebt,  die  relative  Zeitdauer, ­
  die  verstreichen  muß,  bevor  das  Resultat  der  Arbeit  auf  den
Markt  gebracht  werden  kann,  eine  Bedeutung  für  den  Wert  neben
den  relativen  Arbeitsmengen,  die  zu  ihrer  Herstellung  erforderlich
waren.  Alle  Fragen  des  fixen  Kapitals  gehören  zu  dieser  Ursache
der  relativen  Zeitdauer,  die  aber  gegen  die  Hauptursache  der
relativen  Arbeitsmenge  stark  zurücktritt.  Vielleicht  läßt  sich  der
Gedankengang  über  diese  Nebenursache  an  der  folgenden  schematischen
Übersicht  besser  als  an  dem  von  Ricardo  gewählten  Beispiel
veranschaulichen.  Wir  haben  zwei  Warenmengen  A  und  B,  deren
Wert  sich  wegen  der  Gleichheit  der  aus  sie  aufgewendeten  Arbeitsmengen ­
  gleichstellt.  Die  Zusammensetzung  dieser  aufgewendeten

Wert  in  beliebigen ­
  Geldeinheiten: ­

1650
1650
Bei  einer  Ändemng  einer  dieser  Faktoren  würden  die  Werte
auch  weiterhin  gleichbleiben,  wenn  das  Verhältnis  zwischen  Maschinenverbrauch ­
  und  Arbeitslohn  bei  beiden  Warenmengen  dasselbe  wäre.
Nehmen  wir  aber  eine  Erhöhung  des  Arbeitslohnes  um  5%  an.
Die  Folge  davon  wird  sein,  daß  bei  der  Warenmenge  A  der  Unternehmergewinn ­
  herabgedrückt  wird,  da  sich  ja  nicht  die  Arbeitsmenge
und  dementsprechend  auch  nicht  der  Warenwert  erhöht;  da  die
Lohnerhöhung  von  5  °/o  bei  Arbeitslöhnen  von  1000  Geldeinheiten
50  ausmacht,  so  muß  der  Unternehmergewinn  auf  100  Geldeinheiten
oder  auf  6,7  °/o  (von  1500)  sinken.  Aus  die  Maschine  überträgt  sich
aber  nur  die  Verminderung  des  Unternehmergewinnes  und  nicht  die

Arbeitsmengen  sei  aber  verschieden,  nämlich:

Stehendes

umlaufendes  Unternehmer-Kapital



Kapital

gewinn

Maschinenverbrauch ­
  :

Arbeitslohn:

(10°/o);

Warenmenge  A  .  .

.  .  500

1000

160

„  B  .  .

.  .  1000

500

150