58  II.  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.

Erhöhung  des  Arbeitslohnes.  Die  Folge  davon  ist  eine  kleine  Verschiebung ­
  in  den  Werten  der  beiden  Warenmengen,  denn  nunmehr
stellen  sich  die  Verhältnisse  in  folgender  Weise:

Warenmenge  A  .

B  .

Stehendes  umlaufendes
Kapital  KapitahLohn-Maschinen-
  erhöhung  5°/o)
verbrauch:  Arbeitslohn:
500  1050
1000  525

Unternehmergewinn
  (Verminderung ­

auf  6,7  °/o):
ca.  100
ca.  100

Wert  in  beliebigen ­
  Geldeinheiten ­
  :
1650
1625

Das  Verhältnis  zwischen  Wert  und  Preis  legen  Smith  und
Ricardo  folgendermaßen  dar.  Die  Produktionskosten  bilden  den
natürlichen  Wert  einer  Ware,  der  letzten  Endes  entscheidet.  Aus
dem  Markte  kommt  es  aber  vor,  daß  Angebot  und  Nachfrage  aus
dem  Gleichgewichte  kommen  und  daß  es  eine  gewisse  Zeit  dauert,
bis  die  Ware  in  größerer  Menge  beschafft  wird,  wenn  sich  die
Nachfrage  vergrößert  hat,  oder  auf  eine  geringere  Menge  reduziert
ist,  wenn  sich  die  Nachfrage  vermindert  hat.  Angebot  und  Nachfrage ­
  bestimmen  also  den  Marktwert  und  damit  den  Preis.  Der
Marktwert  gravitiert  aber  ständig  gegen  den  natürlichen  Wert,
denn  jede  Abweichung  vom  natürlichen  Werte  seht  Kräfte  in  Bewegung, ­
  welche  sie  korrigieren,  ähnlich  wie  eine  Wasserfläche  immer
ihrem  Niveau  zustrebt,  auch  wenn  sie  noch  so  stark  von  Wellen
bewegt  wird.

b)  John  Stuart  Mill.
Ihre  höchste  Ausbildung  hat  die  klassische  Kostentheorie  durch
John  Stuart  Mill  (1Ö48,  The  Principles  of  Political  Economy,
Buch  III)  erfahren.  Er  selbst  verkündet  stolz:  „happily,  there  is
nothing  in  the  laws  of  value  whioh  remains  for  the  present
or  any  future  weiter  to  clear  up;  the  theory  of  the  Subject
is  complete.“  Tie  eigentliche  Flut  der  Wertliteratur  sollte  doch
erst  kommen.  Soweit  konnte  der  Wahn  selbst  scharfsinnige  Denker
verblenden,  weil  sie  in  der  Nationalökonomie  wie  in  der  Naturwissenschaft ­
  ewig  giltige  Gesetze  zu  finden  glaubten.
Ihm  zufolge  bezeichnet  die  Nützlichkeit  die  äußerste  Grenze,  bis
zu  welcher  sich  der  Tauschwert  ausdehnen  kann.  Innerhalb  dieser
Grenze  entscheidet  die  Schwierigkeit  der  Erlangung  (difliculty  of
attainment).  Diese  Schwierigkeit  kann  aber  verschieden  sein,  so  daß
drei  Kategorien  von  Waren  besonders  zu  betrachten  sind.  Die
erste  Kategorie  wird  von  jenen,  nur  als  Ausnahmen  zu  betrachtenden ­
  Waren  gebildet,  deren  Vorrat  absolut  beschränkt  ist.

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