2.  Die  Kostentheorien.

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zwar  vermehrbar,  aber  nur  mit  steigenden  Kosten  vermehrbar  isst
wie  die  landwirtschaftlichen  Produkte  und  Rohstoffe  überhaupt,  weil
bei  der  Beschränktheit  des  Bodens  bei  jeder  Erhöhung  des  Ertrages ­
  ein  unverhältnismäßig  höherer  Aufwand  dem  Boden  gewidmet ­
  werden  muß.  Da  richte  sich  der  Wert  nach  den  Kosten
jenes  Teiles  der  Bedarfsdeckung,  der  mit  dem  größten  Aufwands
erzeugt  und  zu  Markte  gebracht  wird.
James  Mill  und  John  Stuart  Mill  haben  ferner  eine
eigene  Theorie  der  internationalen  Werte  ausgestellt.  Die  Produktionskosten ­
  entscheiden  über  den  Tauschwert  einer  Ware  nur
dann,  wenn  Arbeit  und  Kapital  leicht  übertragbar  sind,  denn  diese
Prodnktionsfaktoren  suchen  von  selbst  den  Ort  der  günstigsten  Verwendung ­
  auf.  Zwischen  den  einzelnen  Ländern  bilden  jedoch  Verschiedenheiten ­
  der  Sprachen  und  Staatseinrichtungen,  noch  mehr
aber  klimatische  Verhältnisse  und  Entfernungen  große  Hindernisse
für  eine  solche  Übertragung,  so  daß  also  dauernde  Differenzen  in
den  Arbeitslöhnen  und  Gewinnen  der  einzelnen  Teile  der  Welt
nebeneinander  bestehen.  Bei  einem  internationalen  Austausch  geben
dann  nicht  die  absoluten,  sondern  die  vergleichsweisen  Kosten  den
Ausschlag  für  den  Wert,  d.  h.  der  Wert  einer  importierten  Ware
ergibt  sich  nicht  aus  den  Kosten,  welche  im  Ürsprungslande  aus  die
Herstellung  derselben  verwendet  wurden,  sondern  aus  den  im  eigenen
Lande  entstandenen  Kosten  jenes  Exportartikels,  mit  welchem  dieser
Import  bezahlt  wurde.  Wenn  England  mit  demselben  Aufwand
10  Ellen  Tuch  und  15  Ellen  Leinwand  und  Deutschland  10  Ellen
Tuch  und  20  Ellen  Leinwand  erzeugt,  so  würde  sich  bei  der  Beschränkung ­
  jedes  Landes  auf  den  Binnenhandel  das  Wertverhältnis
zwischen  Tuch  und  Leinwand  in  England  aus  10  —15  und  in
Deutschland  auf  10  =  20  stellen.  Wenn  sie  aber  untereinander
tauschen,  so  bekommt  England  für  sein  Tuch  mehr  Leinwand  in
Deuffchland  als  daheim  und  Deutschland  für  seine  Leinwand  mehr
Tuch  in  England  als  daheim.  Würde  sich  bei  diesem  Tausche  das
Wertverhältnis  wie  10  Ellen  Tuch  aus  England  =  15  Ellen  Leinwand ­
  aus  Deutschland  stellen,  so  hätte  Deutschland  den  gesamten
Vorteil,  weil  es  nun  mit  15  Ellen  Leinwand  das  bekäme,  was  es
in:  Jnlande  nur  mit  20  Ellen  kaufen  kann.  Wäre  das  Wertverhältnis ­
  wie  10  Ellen  Tuch  Englands  —  20  Ellen  Leinwand  ans
Deutschland,  so  hätte  England  den  gesamten  Vorteil,  weil  es  für
20  Ellen  Leinwand  nur  10  Ellen  Tuch  herzugeben  brauchte,  während
es  im  Jnlande  entsprechend  dem  Verhältnis  von  10  :15  ein  Drittel