64  II.  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.

müssen  wohl  Material  und  Werkzeuge,  sowie  ein  Vorrat  von
Mitteln  vorhanden  sein,  aus  dem  sich  der  Arbeiter  während  der
Produktion  erhält  oder  aus  dem  er  dafür  gelohnt  wird.  Kapital
inr  eigentlichen  Sinne  werde  aber  nur  aus  dem  Vorrat  von
Material  und  Werkzeugen  gebildet.  Die  Nnterhaltsmittel  seien
nur  produziert,  damit  davon  gelebt  werde,  nicht,  damit  sie  die
Kraft  geben,  weiter  zu  produzieren;  sie  sind  als  Einkommen  der
Periode  zu  betrachten,  in  welcher  sie  hergestellt  sind.  Im  Zustande
der  Teilung  der  Arbeit  ist  aber  beim  Beginn  einer  Produktion
gar  kein  naturaler  Vorrat  von  Unterhaltsmitteln  vorhanden,  sondern
der  Arbeiter  werde  mit  den  gleichzeitig  hergestellten  Unterhaltsmitteln ­
  gelohnt.  Der  Arbeitslohn  sei  Anteil  am  Produkt,  also
selbst  Produkt  der  Periode,  für  welche  gelohnt  wird.  Der  Vorrat,
den  der  einzelne  Arbeiter  haben  müsse,  wenn  er  in  die  Produktion
eintritt,  könne  auch  nicht  unter  die  Kosten  gerechnet  werden,  weil
er  Verbrauchsvorrat  aus  einer  früheren  Periode  darstellt,  also  als
Einkommen  und  nicht  als  Kapital  zu  betrachten  ist.  Werde  der
Arbeitslohn  nicht  in  Naturalien,  sondern  in  Geld  gezahlt,  so  müsse
bei  Beginn  der  Produktion  nur  ein  Vorrat  von  Zirkulationsmitteln
vorhanden  sein,  der  vorläufig  auch  keinen  wirklich  vorhandenen  von
Gütern  repräsentiert  und  repräsentieren  soll,  sondern  die  Anteile  des
künftigen  Produkts,  zu  deren  Liquidation  er  dient.  Grund-  und
Kapitalwerte  seien  Anteile  am  Produkt  selbst,  und  es  dürste  wohl  unpassend ­
  sein,  Kosten  desselben  zu  nennen,  was  seine  Bruchteile  sind.
Wenn  sonach  die  Güter  nichts  als  Arbeit  kosten,  so  ist  in  der
Zeit  ein  Maß  für  diese  Kosten  gegeben,  denn  die  Arbeitszeit,  während
welcher  das  Gut  durch  Arbeit  hergestellt  wird,  sei  der  Kostenbetrag.
Zwar  sei  die  Arbeit  in  den  einzelnen  Produktionszweigen  an  Intensität ­
  verschieden,  denn  sie  erfordere  nicht  überall  gleiche  Kraftanstrengung,
  dies  hindere  aber  nicht,  sie  in  der  Idee  überall  für  gleich
anzunehmen.  Wenn  daher  der  Wert  der  Güter  immer  dem  nach
Arbeit  berechneten  Kostenbeträge  gleich  wäre,  würde  Arbeit  der  beste
Maßstab  des  Wertes  sein.  Rodbertus  untersucht  eingehend  den
Begriff  des  Maßstabes  und  meint,  das  sei  nichts  anderes  als  ein
zur  Anschauung  gebrachter  und  zur  Einheit  erhobener  Teil  der  Maßgröße ­
  selbst,  für  die  er  gelten  soll.  Messen  sei  nichts  anderes  als
eine  gegebene  Maßgröße  mit  einem  zur  Anschauung  gebrachten  und
zur  Einheit  erhobenen  Teil  ihrer  selbst  vergleichen.  Ter  Wert  sei
nun  das  Quantitätsverhältnis,  in  dem  ein  Gut  gegen  viele  andere
gilt,  als  Maß  aufgefaßt,  sei  also  eine  aus  einer  großen  Zahl  von