2.  Die  Kostentheorien.

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Gleichungen  (1  Scheffel  Roggen  —  1  Elle  Tuch  —  4  Pfund
Butter  =  32  Quart  Milch  usw.)  bestehende  Einheit.  Ein  wirklicher
Maßstab  des  Wertes  könnte  also  nur  ein  Teil  dieser  unmöglich
ganz  zu  erfassenden  Einheit  sein.  Dabei  könnte  dieser  Maßstab  nur
bei  gleichartigen  Bedarssverhältnissen  verwendet  werden,  denn  wo
statt  Roggen,  Tuch  und  Butter  die  Menschen  ihre  Bedürfnisse  mit
Reis,  Baumwollzeugen  und  Öl  befriedigen,  hätte  sich  die  aus  den
vielen  Gleichungen  bestehende  Einheit  geändert,  wäre  also  auch  der
aus  ihr  abstrahierte  Maßstab  anders.  In  den  meisten  Fällen  wolle
man  aber  den  Wert  der  Güter  nicht  messen,  sondern  nur  verschiedene ­
  Gütermengen  hinsichtlich  ihres  Wertes  vergleichen.  Es
handle  sich  dann  nicht  um  absolute,  sondern  um  relative  Maßgrößen.
Zur  Vergleichung  zweier  gleichartiger  Maßgrößen  sei  allerdings  auch
ein  gemeinschaftlicher  Maßstab  notwendig,  aber  es  genüge  ein  Maß,
das  „mit  dem  Werte  des  Gutes  stets  gleichsam  parallel  läuft,  ihn
deckt,  oder  in  geradem  Verhältnis  zu  ihm  steht".  Das  sei  nun
ein  selbständiges,  vom  Wert  völlig  verschiedenes  Maß,  das  in
seinen  Teilen  seine  eigenen  Maßstäbe  besitzt.  Auch  das  Thermometer ­
  gebe  keineswegs  die  Größe  der  Wärme  selbst  an,  sondern
nur  Verhältnisgrößen  von  Ausdehnungen  des  Quecksilbers,  aus
denen  wir  aus  die  verhältnismäßigen  Größen  der  Wärme  selbst
schließen.  Heute  seien  die  Edelmetalle  ein  solches  Surrogatmaß
des  Wertes,  aber  ihr  Wert  schwanke  nach  der  Höhe  der  eigenen
Kosten  im  Laufe  der  Zeit.  Ein  an  sich  unveränderliches  Maß  wäre
dagegen  die  Arbeitszeit.  Zwar  werden  zu  derselben  Zeit  dieselben
Güter  nicht  notwendig  unter  gleichen  Produktivitätsverhältniffen
hergestellt,  aber  die  Konkurrenz  des  Marktes  gleiche  diese  Verschiedenheiten ­
  für  den  Wert  aus,  so  daß  man  also  annehmen
müsse,  daß  die  Güter  derselben  Art  zu  derselben  Zeit  gleichviel
Arbeit  enthalten.  In  einem  Zustande,  in  welchem  der  Wert  der
Güter  immer  dem  nach  Arbeit  berechneten  .Kostenbeträge  gleich
wäre,  ließe  sich  daher  ein  neues  Geld  ins  Leben  rufen,  das  allen
Anforderungen  als  Zirkulationsmittel  und  Preismaß  entspricht,
und  doch  weder  selbst  ein  sachliches  Gut  ist,  noch  sich,  wie  das
heutige  Papiergeld,  auf  ein  sachliches  Geld  bezieht.  Die  wesentliche ­
  Ausgabe  des  Geldes  bestehe  darin,  bei  der  heutigen  Arbeitsteilung ­
  jedem  Teilnehmer  an  der  gesamten  Produktion  eines  Landes
den  ihm  gebührenden  Anteil  an  den  erarbeiteten  Gütern  zu  vermitteln; ­
  es  sei  Liquidationsmittel  der  Arbeitsteilung.  Ein  solches
Mittel  müsse  zwei  Bedingungen  erfüllen:  es  müsse  erstens  imstande
Gruntzel,  Wert  und  Preis.  5