60  II.  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.

sein,  den  Wert  des  Produktes  auszudrücken,  das  jemand  in  den
Verkehr  geliefert  hat,  zweitens  müsse  es  Sicherheit  gewähren,  daß
der  Wert,  aus  den  es  lautet,  wirklich  im  Verkehr  vorhanden  ist.
Diese  Bedingungen  erfülle  das  Geld  durch  seine  Warenqualität.  Sie
können  aber  auch  bei  einem  bloßen  Zettel  erfüllt  werden,  wenn  die
Voraussetzung  verwirklicht  ist,  daß  der  Wert  der  Güter  immer  mit
dem  kostenden  Arbeitsbetrag  zusammenfällt.  Diese  Voraussetzung  wäre
aber  nur  verwirklicht  in  einem  Zustande  ohne  rentierendes  Eigentum,
wenn  aller  Boden  und  alles  Kapital  dem  Staate  gehört.
d)  Marl  Marx.
Seine  eingehenden  Untersuchungen  in  dem  dreibändigen  Werk
„Das  Kapital"  (1867—1894)  hat  Marx  auf  eine  eigene  Werttheorie ­
  gegründet.  Der  Tauschwert,  so  sagt  er,  erscheine  zunächst
als  das  Mengenverhältnis,  nach  welchem  sich  Gebrauchswerte  einer
Warenart  gegen  Gebrauchswerte  einer  anderen  Warenart  (1  hl
Weizen  =  2  dz  Eisen)  austauschen.  Dieses  Verhältnis  wechsle  beständig
nach  Zeit  und  Ort  und  sei  von  dem  Gebrauchswert  selbst  sehr  verschieden. ­
  Die  Gleichung  besage  aber,  daß  in  den  verglichenen  verschiedenartigen ­
  Dingen  etwas  Gemeinsames  von  derselben  Größe
existiert.  Dieses  Gemeinsame  sei  die  auf  die  Herstellung  der  Waren
verwendete  abstrakt  menschliche  Arbeit,  d.  h.  die  Menge  menschlicher ­
  Arbeitskraft  ohne  Rücksicht  aus  die  Form  ihrer  Verausgabung.
Es  komme  aber  nicht  auf  den  tatsächlichen  Arbeitsaufwand  an,  der
je  nach  Geschick  und  Fleiß  der  einzelnen  Individuen  naturgemäß
schwankt,  sondern  aus  die  gesellschaftlich  notwendige  Arbeitszeit,  d.  i.
Arbeitszeit,  „erheischt  um  irgendeinen  Gebrauchswert  mit  den  vorhandenen ­
  gesellschaftlich-normalen  Produktionsbedingungen  und  dem
gesellschaftlichen  Durchschnitts  grad  von  Geschick  und  Intensität  der
Arbeit  darzustellen".  Die  Wertgröße  einer  Ware  bliebe  also  konstant, ­
  wenn  die  zu  ihrer  Herstellung  erforderliche  Arbeitszeit  konstant ­
  bliebe.  Das  erforderliche  Maß  der  Arbeitszeit  ändere  sich
aber  mit  jedem  Wechsel  in  der  Produktivkraft  der  Arbeit,  die  bestimmt ­
  sei  „durch  den  Durchschnittsgrad  des  Geschickes  der  Arbeiter, ­
  die  Entwicklungsstufe  der  Wissenschaft  und  ihrer  technologischen ­
  Anwendbarkeit,  die  gesellschaftliche  Kombination  des
Produktionsprozesses,  den  Umfang  und  die  Wirkungsfähigkeit  der
Produktionsmittel,  und  durch  Naturverhältnisse".  Eine  erhöhte
Fruchtbarkeit  der  Arbeit  vermindere  die  Wertgröße,  weil  sie  die  zur
Produktion  notwendige  Arbeitszeit  herabsetzt.  Größen  verschiedener