2.  Die  Kostentheorien.

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das  den  Wert  regelt,  und  das  Angebot  selbst  wird  durch  die
relativen  Produktionskosten  geregelt.  Unter  den  Produktionskosten
sind  sowohl  der  Wert  der  Arbeit  wie  der  Gewinn  zu  verstehen."
Auch  Mill  erkläre  bei  Besprechung  der  Waren,  die  zusammenhängende
  Produktionskosten  haben:  „da  die  Produktionskosten  uns
hier  im  Stiche  lassen,  so  müssen  wir  aus  ein  Wertgesetz  zurückgehen, ­
  das  den  Produktionskosten  vorangeht  und  fundamentaler  ist:
auf  das  Gesetz  von  Nachfrage  und  Angebot."  Das  „Produktionskostenprinzip" ­
  und  das  Prinzip  des  „Grenznutzens"  erklärt
Marshall  als  „zusammengehörige  Bestandteile  des  einen,  alles
beherrschenden  Gesetzes  von  Angebot  und  Nachfrage."  Bald  trete
das  eine  und  bald  das  andere  Prinzip  stärker  hervor,  doch  könne
man  die  allgemeine  Regel  aufstellen,  daß,  je  länger  der  betrachtete
Zeitraum  sei,  desto  stärker  der  Einfluß  der  Produktionskosten  auf
den  Wert  sich  geltend  machen  werde.
Ganz  im  Fahrwasser  der  klassischen  Kostentheorie  befindet  sich
noch  Achille  Loria  (Corso  completo  di  Economia  politica,
Turin  1910),  der  Kosten  und  Wert  identifiziert  und  sie  aus  der
in  der  Sache  verkörperten  Arbeitsmenge  erklärt  („il  costo  e  il
valore  di  un  oggetto  sono  rappresentati  dalla  quantitä  di
lavoro  complesso  in  esso  racchiuso“).  Diese  Arbeitsmenge
summiere  sich  aus  der  auf  den  Gegenstand  direkt  und  der  zur
Herstellung  des  hierfür  notwendigen  Kapitals  aufgewendeten  Arbeit,
mit  letzterem  Betrage  sei  aber  noch  der  Gewinnsatz  zu  multiplizieren,
so  daß  sich  für  den  Normalwert  die  Formel  ergibt:  Wert----Arbeit
+  (Kapitalsarbeit  X  Gewinn).
Christian  Cornölissen  (Theoriedelavaleur,Paris  1903)
unterscheidet  bereits  außer  dem  Tauschwert  und  dem  Gebrauchswert,
der  den  Nutzen  des  Verbrauchers  angibt,  noch  einen  Kostenwert,
der  die  Aufwendungen  des  Erzeugers  zusammenfaßt,  führt  aber
den  Tauschwert  in  der  Hauptsache  doch  aus  die  Produktionskosten
zurück.  Der  Käufer  treffe  in  der  Regel  die  vom  Produzenten
bestimmten  Preise  fertig  an,  könne  nun  durch  seine  subjektive  Wahl
einen  gewissen  Einfluß  auf  den  Preis  ausüben,  aber  doch  nur
einen  solchen  sekundärer  Natur.  Nur  ausnahmsweise  und  für
gewisse  Kategorien  von  Waren  werde  sich  der  Tauschwert  auf
Grund  des  Gebrauchswertes  bilden,  so  für  Waren,  die  einer
Reproduktion  nicht  fähig  sind,  wie  antike  Meisterwerke,  alte
Münzen  usw.
Adolph  Wagner  (TheoretischeSozialökonomie,Leipzig  1907)