84  II.  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.

Die  Konkurrenz  kann  diese  Differenz  zwischen  dem  Wert  des  abgenutzten ­
  Kapitals  und  dem  Wert  der  damit  hergestellten  Produkte
wohl  Herabdrücken,  aber  niemals  gänzlich  zum  Verschwinden
bringen.  Der  Kapitalsbesitzer  erlangt  auf  diese  Weise  allerdings
oft  einen  Ertrag,  den  er  nicht  selbst  verdient  hat,  aber  von
irgend  einem  Wirtschaftssubjekt  ist  dieser  Ertrag  verdient  worden.
Die  Frage  der  Zurechnung  steht  hier  nicht  zur  Erörterung.
b)  Einwendungen  gegen  die  riostentheorien  im  allgemeinen.
Daß  die  Produktionskosten  den  Tauschwert  einer  Ware  beeinflussen, ­
  ist  nicht  in  Abrede  zu  stellen,  aber  sie  sind  —  und  darauf
kommt  es  hier  an  —  nicht  entscheidend.  Die  Produktion  als
wichtigster  Teil  der  wirtschaftlichen  Tätigkeit  ist  die  regelmäßige
Voraussetzung  für  die  Entstehung  des  Wertes,  denn  Kosten  werden
nur  in  der  Hoffnung  aufgewendet,  daß  ein  neuer  und  höherer  Wert
hervorgebracht  wird.  Ob  ein  solcher  tatsächlich  und  in  welcher
Höhe  er  erzielt  wird,  das  hängt  von  der  Ausnahme  ab,  welche  die
Ware  beim  Eintritt  in  den  Verkehr  findet.  Folgende  Sätze  lassen
sich  gegen  die  Kostentheorien  aufstellen,  wobei  zu  bemerken  ist,  daß
unter  Wert  schlechthin  der  Tauschwert  verstanden  wird.
1.  Gleiche  Werte  werden  mit  ungleichen  Produktionskosten ­
  erzielt.
Gelegentlich  der  verschiedenen  Zolltarif-  und  Kartellenqueten
in  manchen  Industriestaaten  ist  in  letzter  Zeit  die  Taffache  außer
jeden  Zweifel  gesetzt  worden,  daß  es  kaum  zwei  Unternehmungen
gibt,  welche  dieselbe  Ware  mir  den  gleichen  Produktionskosten  herstellen, ­
  obwohl  sie  auf  demselben  Markte  dem  gleichen  Tauschwert
begegnen.  Die  Differenzen  können  sogar  sehr  bedeutend  sein.
Dabei  ist  die  Berechnung  der  Produktionskosten  eine  ziemlich  willkürliche, ­
  weil  infolge  des  rascheren  Wachstums  des  Anlagekapitals
ein  immer  größerer  Teil  der  allgenreinen  Spesen  von  dem  Belieben
des  Unternehnrers  und  noch  mehr  von  seiner  Art  der  Verteilung
abhängt.  Die  allgemeinen  Betriebskosten  werden  z.  B.  in  der
Maschinenindustrie  in  der  Form  eines  prozentuellen  Zuschlages  zu
den  Arbeitslöhnen  festgestellt,  obwohl  jede  direkte  Beziehung
zwischen  diesen  Gruppen  von  Ausgaben  fehlt.  Bei  Abschreibungen
kommt  es  darauf  an,  was  auf  Reparaturen  und  was  auf  Erweiterungen ­
  verwendet  wird,  denn  nur  der  erstere  Teil  gehört  zu  den
Produktionskosten,  der  letztere  dagegen  zu  den  Investitionen.  Roch
mehr  individualisieren  sich  die  Kosten  für  Reklame  und  andere