3.  Kritik  der  Kostentheorim.

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möglich  ist.  Diese  heute  noch  herrschende  Meinung  beruht  auf
einer  irrigen  Auffassung.  Der  Grund  und  Boden  trägt  zur  Wertbildung ­
  ebenso  wenig  bei  wie  Lust,  Licht,  Feuchtigkeit,  Wärme,
denn  er  ist  nur  ein  Teil  der  Natur,  die  eine  der  Grundlagen  der
Volkswirtschaft,  aber  nicht  Produktionsfaktor  ist  (wie  Arbeit  und
Kapital),  weil  ihre  Einstellung  in  die  Produktion  nicht  vom  Willen
des  Einzelnen  abhängt  und  ihr  Einstuß  sowohl  fördernd,  als  auch
hemmend  sein  kann.  Wenn  ein  Stück  Boden  Wert  erhält,  so  ist
dies  eine  Folge  des  Aufwandes  von  Arbeit  und  Kapital  (Kostenwert), ­
  der  Schätzung  im  Verkehr  (Tauschwert)  und  der  Schätzung
nach  dem  Eigenbedarf  (Gebrauchswert).  Dieses  Stück  Boden  verträgt ­
  allerdings  nur  ein  gewisses  Höchstmaß  von  Arbeit  und  Kapital
(Optimum  des  Aufwandes).  Erstens  bildet  aber  der  Boden  keine
Ausnahme,  denn  jedes  Stück  der  steien  Natur  besitzt  diese  Eigentümlichkeit; ­
  auch  ein  Tier  oder  ein  Mineral  wird  nur  einen
begrenzten  Aufwand  lohnen.  Zweitens  nimmt  bei  Überschreitung
der  Grenze  der  Ertrag  nicht  bloß  ab,  sondern  er  hört  überhaupt
auf,  so  daß  nur  durch  die  Berechnung  des  Gesamtertrages  der
Anschein  einer  Abnahme  erweckt  wird.  Drittens  verschiebt  sich  die
Grenze  dieses  Höchstmaßes  mit  fortschreitender  Entwicklung,  weil
sie  sich  nicht  nach  dem  Roherträge,  sondern  nach  dem  Reinerträge,
nicht  nach  der  Menge,  sondern  nach  dem  Werte  der  Produkte
bestimmt.  Wie  viel  Meterzentner  Weizen  ein  Hektar  Boden,  wie
viel  Zucker  ein  Meterzentner  Rüben  und  wie  viel  Werkzeuge  ein
Meterzentner  Eisenerz  liefert,  ist  gar  keine  Frage  der  Volkswirtschaft, ­
  sondern  eine  solche  der  Naturwissenschaft  und  Technik,  denn
dabei  handelt  es  sich  bloß  um  die  Feststellung  des  Ausbeuteverhältnisses. ­
  Ob  der  Boden  zum  Bau  von  Weizen  oder  Rüben,  als
Weide  oder  Gartenland  benützt  wird,  darüber  entscheiden  die  Preise
der  Produkte.  Der  Wert  ist  also  maßgebend  für  den  Aufwand
von  Arbeit  und  Kapital  und  nicht  umgekehrt.  Deshalb  wurde  in
England  seit  dem  Auftauchen  der  überseeischen  Konkurrenz  Weizenboden ­
  in  Jagdgrund  umgewandelt,  deshalb  wird  ein  Bergbau  ausgelassen, ­
  wenn  sich  die  Kosten  zu  hoch  stellen.
2.  Bei  gleichen  Produktionskosten  werden  ungleiche ­
  Werte  erzielt.
Bekannt  ist  das  Beispiel  vom  Wein.  Gewöhnlicher  Landwein
verursacht  nicht  mehr  Aufwand  von  Arbeit  als  seiner  Tokayer  oder
Rheinwein,  und  doch  ist  ihr  Wert  verschieden.  Diese  Verschiedenheit ­
  findet  ihren  Niederschlag  in  der  Kapitalisierung  des  Wein-