8.  Kritik  der  Kostentheorien.

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Hausanlage  usw.  aber  verlieren.  Auch  in  der  Weltwirtschaft  vollziehen ­
  sich  derartige  Veränderungen:  der  Suezkanal  war  ursprünglich ­
  ein  verfehltes  Unternehmen  und  erhielt  erst  durch  das  von  seiner
Existenz  ganz  unabhängige  Aufkommen  der  Dampfschiffahrt  eine
Bedeutung,  weil  er  eine  große  Kohlenersparnis  ermöglichte.
Sehr  bezeichnend  ist  das  Verhalten  der  Kostentheoretiker  zum
Werte  der  Arbeitskraft.  Von  einer  Produktion  konnte  nicht  die
Rede  sein,  man  half  sich  also  dadurch,  daß  man  den  Wert  der
Arbeitskraft  nicht  unmittelbar,  sondern  mittelbar  durch  den  Wert
der  Waren  bestimmte,  die  zur  Erhaltung  des  Lebens  des  Arbeiters
erforderlich  sind  (Karl  Marx).  Diese  Warenwerte  werden  aber
tatsächlich  nicht  reproduziert,  sondern  konsumiert,  also  vernichtet;
die  Verarbeitung  der  Nahrungsmittel  durch  den  Organismus  erfolgt ­
  nicht  zum  Zwecke  der  Produktion,  sondern  zur  Erhaltung  des
Lebens.  Leo  von  Buches  hat  den  Mut  der  Konsequenz  gehabt,
indem  er  erklärte:  „.  .  .  die  Arbeitskraft,  als  potentielle  Energie
gedacht,  ist  das  Produkt  einer  inneren  Arbeit  des  Organismus,  sie
ist  demnach  ein  Produkt,  das  keinen  Wert  besitzt."
4.  Es  findet  nicht  bloß  eine  Beeinflussung  des
Wertes  durch  die  Kosten,  sondern  auch  der  Kosten
durch  den  Wert  statt.
Je  mehr  sich  die  Produktion  entfaltet,  desto  mehr  Waren
kommen  bezüglich  ihrer  Werte  und  Preise  in  lebhafte  Wechselwirkung ­
  zueinander,  weil  sie  demselben  Bedürfnisse  dienen  können.
Zur  Befriedigung  des  Kleidungsbedürfniffes  eignen  sich  die  verschiedensten ­
  Erzeugnisse  aus  Schafwolle,  Baumwolle  oder  Leinen,
bei  der  Herstellung  von  Küchengeräten  haben  im  Laufe  der  Zeit
Zinn,  Kupfer,  Eisen,  Ton,  Aluminium  und  Nickel  konkurriert;  das
wichtigste  Nahrungsbedürfnis  hat  die  Wahl  zwischen  Weizen,
Roggen,  Kartoffeln,  Reis  usw.  Der  Preis  für  Petroleum  ist  im
Kleinhandel  ziemlich  einheitlich  mit  30  Heller  für  den  Liter  bestimmt,
da  der  Verbrauch  sonst  auf  Spiritus  und  Azetylen  abgedrängt  wird;
die  Preispolitik  der  Standard  Oil  Co.  ging  immer  dahin,  die
Produktionskosten  zu  ermäßigen,  damit  der  übliche  Preis  nicht  überschritten ­
  wird.  Wenn  sich  der  Wert  einer  dieser  konkurrierenden
Waren  senkt,  müssen  die  Erzeuger  der  anderen  trachten,  diesem
Beispiel  zu  folgen,  was  aber  wieder  nur  möglich  ist,  indem  sie

i)  Leo  von  Buch,  Intensität  der  Arbeit,  Wert  und  Preis  der  Waren.
Leipzig  1896.  S.  73.