4.  Die  Nutzentheorien.

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großen  Umwege  erreicht  wird.  Böhm-Bawerk  stellt  nun  den
Satz  auf:  „Von  allen  sukzessive  ineinander  übergehenden  Produktivmittelgruppen ­
  entfernterer  Ordnung  hängt  ein  und  derselbe
Wohlfahrtsgewinn  ab,  nämlich  der  Grenznutzen  ihres  Schlußproduktes". ­
  Der  Grenznutzen  des  Genußgutes  sei  daher  auch  maßgebend ­
  für  den  Wert  der  Produktivgüter,  die  zu  seiner  Herstellung
gedient  haben,  so  daß  also  auch  seiner  Theorie  nach  Wert  und
Kosten  identisch  seien,  nur  die  Deutung  sei  eine  andere;  die  Kostentheoretiker ­
  behaupten,  daß  der  Wert  der  Produkte  bestimmt  wird
durch  die  Höhe  der  Kosten,  also  durch  den  Wert  der  Produktivmittel, ­
  aus  denen  sie  erzeugt  wurden,  die  Grenznutzentheoretiker
dagegen,  daß  sich  der  Wert  der  Produktivmittel,  also  der  Kostengüter, ­
  nach  dem  Werte  ihrer  Produkte  richtet.  Die  Wertgleichheit
sei  steilich  keine  absolute,  sondern  nur  eine  annähernde,  so  daß
man  nur  von  einer  Tendenz  zur  Wertgleichheit  sprechen  könne,
weil  der  Zeitablauf  vom  ersten  Augenblicke  des  ersten  Aufwandes
bis  zur  Fertigstellung  des  Genußgutes  die  Verhältnisse  ändert  und
Zinsenzuwachs  verursacht.  Weiter  müsse  mit  der  Tatsache  gerechnet
werden,  daß  ein  Produktivgut  nicht  bloß  eine  ganz  bestimmte  Verwendung ­
  zuläßt,  sondern  zur  Herstellung  verschiedener  Genußgüter
verwendet  werden  kann.  In  diesem  Falle  richte  sich  der  Wert  der
Produktivmitteleinheit  nach  dem  Grenznutzen  desjenigen  Produktes,
das  unter  allen  aus  dieser  Einheit  herstellbaren  Produkten  den
geringsten  Grenznutzen  besitzt,  also  des  sogenannten  Grenzproduktes.
Dabei  wirke  der  Grenznutzen  jener  Gütergattung,  bei  welcher  er
sich  am  niedrigsten  stellt,  auch  auf  die  übrigen  aus  denselben
Produktivgütern  herstellbaren  Gütergattungen  ein,  weil  wegen  dieses
Zusammenhanges  ein  Ausfall  in  der  einen  Gütergattung  auf  eine
andere  überwälzt  werden  kann.  Hier  akkomodiere  sich  scheinbar
nicht  wie  sonst  der  Wert  des  Produktivmittels  dem  Werte  des
Produktes,  sondern  umgekehrt,  der  Wert  des  Produktes  dem  Werte
des  Produktivmittels,  so  daß  also  die  Kostentheorie  gerechtfertigt
wäre.  In  letzter  Linie  entscheide  aber  auch  da  der  Grenznutzen.
Die  Übertragung  des  Wertes  vollziehe  sich  gleichsam  in  gebrochener
Linie.  Erst  gehe  sie  vom  Grenzprodukt  zum  Produktivmittel,
fixiere  dessen  Wert,  und  steige  dann  in  umgekehrter  Richtung
wieder  empor  vom  Produktivmittel  zu  den  anderen  Produkten,  die
aus  ihm  hergestellt  werden  können.  Die  Kosten  seien  selbst  in
diesem  Falle  nur  eine  Zwischenursache,  das  Kostengesetz  stelle  daher
kein  selbständiges  Wertgesetz  dar,  sondern  bilde  „nur  einen