98  II-  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.
innerhalb  weiter  Grenzen  vermehrbaren  Produkte  mit  den  Kosten
zu  verwirklichen.  Zwischen  Produktionskosten  und  Reproduktionskosten, ­
  deren  Bedeutung  Car  er,  betont  hat,  sei  kein  Unterschied  zu
machen,  da  es  sich  um  eine  in  längeren  Zeiträumen  erfolgende  Anpassung ­
  von  Preisen  an  Kosten  handelt.  Diese  Tatsache  lasse  sich
mit  der  Grenznutzentheorie,  nach  welcher  Wert  und  Preis  der  Güter
erster  Ordnung  auch  den  der  Produktionsfaktoren  bestimmen,  durchaus ­
  in  Einklang  bringen.  Die  Produktionssaktoren  betätigen  sich
bei  der  Herstellung  von  Gütern  erster  Ordnung  und  suchen  dabei
die  bestbezahlten  Verwendungen  auf,  da  Güter  von  sehr  verschiedenartiger ­
  Wichtigkeit  mit  ihrer  Hilfe  produziert  werden.  Unter  diesen
Arten  von  Genußgütern  gibt  es  aber  eine,  welche  die  geringste  ist,
als  die  letzte  an  die  Reihe  kam  und  bei  einer  Einschränkung  als
erste  wegfallen  würde.  Der  Preis  der  einzelnen  Teilmenge  dieser
Genußgüterart  werde  festgesetzt  nach  dem  Grenznutzen  des  betreffenden ­
  Güterquantums  für  die  schwächste  Käuserschichte  und  dem  bei
dieser  gegebenen  subjektiven  Tauschwert  des  Geldes.  An  diesem
Preise  partizipiere  der  Produktionsfaktor,  es  entfällt  auf  ihn  eine
Quote  dieses  Preises  und  zwar,  wie  hier  angenommen  wird,  nach
Maßgabe  seines  produktiven  Beitrages,  des  Grenzbeitrages.  Der
hiernach  sich  ergebende  Preis  der  Einheit  des  Produktionsmittels
sei  bestimmend  für  dessen  Preis  überhaupt.  Nunmehr  unterscheiden
sich  auch  die  verschiedenartigen  Produkte,  bei  deren  Herstellung  dasselbe ­
  Produktionsmittel  mitwirkt,  in  ihren  Preisen  nur  durch  die
Menge  seiner  Verwendung,  weil  eben  der  Preis  gleich  bleibt.  Preise
und  Kosten  fallen  unter  solchen  Umständen  zusammen,  die  Übereinstimmung ­
  erfolge  aber  in  verschiedener  Weise:  „bei  der  geringsten,
aus  einer  Produktionsgüterart  hergestellten  Genußgüterart  ergibt
sie  sich,  weil  der  Preis  des  Produktes  den  der  Produktionsmittelart
bestimmt,  bei  den  übrigen  wichtigeren  Genußgüterarten,  die  aus  derselben ­
  Produktionsmittelart  hervorgehen,  weil  die  Preise  der  Produkte ­
  sich  diesem  Preise  des  Produktionsmittels  anpassen".
Eine  Mittelstellung  nehmen  auch  die  Untersuchungen  von
Rudolf  Auspitz  und  Richard  Lieben  (Untersuchungen  über
die  Theorie  des  Preises,  Leipzig  1889)  ein,  welche  sich  nach  dem
Beispiele  des  Mathematikers  A.  Cournot,  sowie  der  Nationalökonomen ­
  Mang  oldt,  Jevons,  Walras  usw.  der  graphischen
Methode  bedienen.  Sie  legen  ihrer  Arbeit  den  Satz  zu  Grunde,
daß  der  Preis  sowohl  der  Nützlichkeit  des  letzten  gekauften  Teilchens, ­
  als  den  Kosten  des  letzten  verkauften  Teilchens  gleich  ist.