1.  Nachfrage  und  Angebot.

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Ursprung  nach  verschieden,  weil  er  ausschließlich  der  Gedankenwelt
des  einzelnen  Menschen,  der  Tauschwert  aber  der  aus  den  einzelnen
Menscher!  einwirkenden  Außenwelt  entstammt.
Die  klassische  Nationalökonomie  faßte  das  Verhältnis  von  Angebot ­
  und  Nachfrage,  das  sie  nur  für  den  Preis  und  nicht  für  den
Wert  als  bestimmend  anerkannte,  als  ein  bloßes  Mengenverhältnis
auf,  das  immer  einer  Ausgleichrmg  zustrebt.  Die  Menge  bezeichnet
aber  auf  Seite  des  Angebotes  nur  die  im  Rahmen  der  Volkswirtschaft ­
  verfügbare  Ware  und  auf  Seite  der  Nachfrage  nur  den  Bedarf ­
  der  Volkswirtschaft.  Entscheidend  ist  aber  auch  die  Verteilung
dieser  Verfügbarkeit  und  dieses  Bedarfes  auf  die  Einzelwirtschaften,
denn  davon  hängt  die  Schärfe  der  Konkurrenz  unter  den  Verkäufern
und  Käufern  ab,  außerdem  kommen  auch  die  Geldverhältnisse  in
Betracht.  John  Stuart  Mill  lehrte  sogar  (Principles  of
political  economy,  book  111,  ch.  II),  daß  zwischen  Angebot  und
Nachfrage  stets  Gleichgewicht  herrsche,  das  im  Falle  der  Störung
durch  die  Veränderung  der  Preise  wieder  hergestellt  werde.  Der
Marktpreis  einer  Ware  sei  ein  solcher,  daß  er  der  Nachfrage  auf
dem  betreffenden  Markte  eine  Ausdehnung  gestattet,  die  den  vorhandenen ­
  oder  erwarteten  Warenvorrat  aufnehmen  kann.  Dieses
Gesetz  gelte  aber  nur  für  die  Waren,  welche  nicht  beliebig  vermehrt
werden  können,  denn  für  die  beliebig  vermehrbaren,  welche  die
große  Masse  der  heutigen  Produktion  bilden,  seien  die  Produktionskosten ­
  maßgebend;  der  Preis  hänge  dann  nicht  von  Angebot  und
Nachfrage  ab,  im  Gegenteil  hänge  dann  Angebot  und  Nachfrage
vom  Preise  ab.  Eine  Überproduktion  sei  eine  Unmöglichkeit  (book  III,
ch.  XIV),  da  jede  Steigerung  der  Produktion  auch  die  zur  Bedarfsdeckung ­
  nötigen  Zahlungsmittel  vermehre.  Diese  allgemeine  Harmonie
besteht  in  der  Wirklichkeit  nicht.  Richtig  ist  nur,  daß  die  verkaufte
Menge  immer  gleich  ist  der  gekauften  Menge  von  Waren,  aber  die
verkaufte  Menge  ist  nicht  identisch  mit  der  verkanfsbereiten  Menge,
welche  die  Preise  beeinflußt.  Es  gibt  häufig  genug  unverkaufte  Vorräte ­
  und  ungedeckten  Bedarf.  Da  es  keine  Ausgleichung  gibt,  kann
auch  der  Preis  kein  Mittel  zur  Herbeiführung  derselben  sein.  Die
Möglichkeit  einer  Überproduktion  kann  aber  gerade  angesichts  der
Erfahrungen  der  letzten  Jahrzehnte  nur  ein  durch  abstrakte  Theorien
verblendeter  Kopf  in  Abrede  stellen.  Der  Fehler  der  Betrachtungsweise ­
  liegt  in  der  Kostentheorie,  nach  der  man  annehmen  muß,  daß
mit  der  steigenden  Menge  der  Produkte  auch  ihr  Wert  in  gleichem
Maße  zunehmen  muß,  was  eben  nicht  der  Fall  ist.  Wenn  in  einem