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III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

b)  Die  Markttheorie.
Die  bisherigen  Theorien  leiden  darunter,  daß  sie  den  Tauschwert ­
  und  Preis  bloß  als  die  Resultante  individueller  Tauschbestrebungen ­
  ansehen  und  die  wichtigste  wirtschaftliche  Organisation
der  menschlichen  Gemeinschaft  außer  acht  lassen,  nämlich  den  Markt.
Andeutungen  finden  wir  zwar  bei  Philippovich  und  Schmoller;
Philippovich  sagt:  „Der  Markt  ist  in  der  entwickelten  Verkehrswirtschaft ­
  das  wichtigste,  weil  das  für  die  einzelnen  entscheidende
Organ".  Zu  einer  genaueren  Erforschung  dieses  wichtigsten  Organs
ist  es  aber  nicht  gekommen,  obwohl  sie  doch  am  sichersten  Ausschluß
über  die  Preisbildung  geben  muß.
Man  weiß  noch  nicht  einmal  recht,  was  man  unter  Markt
verstehen  soll.  Philippovich  erklärt  ihn  als  „die  ideelle  Verbindung ­
  aller  Käufer,  die  durch  rein  vertragsmäßige  Beziehung  aneinander ­
  geknüpft  täglich  in  neuer  Kombination  auftreten".  Von
einer  solchen  ideellen  Verbindung  kann  aber  am  wenigsten  unter
den  Käufern  die  Rede  sein.  Ursprünglich  waren  Märkte  Veranstaltungen, ­
  welche  zu  periodisch  wiederkehrenden  Zeitpunkten  an  bestimmten ­
  Orten  Käufer  und  Verkäufer  zusammenführten,  um  ihnen
Gelegenheit  zum  Verkauf  und  Einkauf  von  Waren  zu  bieten.  Die
Notwendigkeit  einer  besonderen  Veranstaltung  und  einer  lokalen
Konzentration  ist  mit  der  hohen  Ausbildung  des  Nachrichtenverkehrs
weggefallen,  der  Begriff  des  Marktes  hat  sich  aber  erhalten  und
sogar  verallgemeinert.  Wir  müssen  ihn  daher  abstrakter  und  weiter
fassen.  Wesentlich  ist  nun  offenbar  die  Kaufs-  und  Verkaussgelegenheit.
  Der  territoriale  Bereich,  innerhalb  dessen  sich  ein  wirksamer
Bedarf  nach  einer  bestimmten  Ware  ausgebildet  hat,  in  welchem
daher  eine  Erzeugungsstätte  oder  ein  Erzeugungsland  regelmäßig
verkaufen  kann,  nennen  wir  Absatzgebiet.  Die  innerhalb  eines
Absatzgebietes  durch  regelmäßig  sich  vollziehende  Tauschakte  geschaffene ­
  Kaufs-  und  Verkaussgelegenheit  bezeichnen  wir  dann  als
Markt  in  abstraktem  Sinne;  in  konkretem  Sinne  tritt  nur  die  lokale
Veranstaltung  hinzu.
Durch  die  Entstehung  des  Marktes  tritt  in  dem  Verhältnis
zwischen  Produktion  und  Konsum  eine  ähnliche  Umwälzung  ein  wie
durch  die  Entstehung  des  Geldes  im  Tauschverkehr.  Das  Zwischenstadium ­
  wird  zwar  nicht  volkswirtschaftlich,  aber  privatwirtschaftlich
zum  Hauptzweck.  Nach  wie  vor  verkauft  man  eigene  Ware,  um
fremde  Ware  kaufen  zu  können;  im  Einzelfalle  rückt  aber  dieser