1.  Nachfrage  und  Angebot.

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entferntere  Zweck  in  den  Hintergrund,  man  verkauft,  um  Geld  zu
bekommen  und  bemißt  den  Kauf  nur  nach  dem  erforderlichen  Geldbeträge. ­
  Volkswirtschaftlich  bildet  der  Markt  nur  die  Brücke  zwischen
Produktion  und  Konsum,  sobald  er  aber  einmal  vorhanden  ist,
richtet  sich  der  einzelne  Produzent  nicht  nach  dem  Konsum,  sondern
nach  dem  Markt;  der  einzelne  Konsument  aber  kann  nicht  mit  der
Produktion,  sondern  nur  mit  dem  Angebot  auf  dem  Markt  rechnen.
Die  Marktverhältnisse  wirken  auch  aus  jene  Güter  zurück,  die  der
Produzent  selbst  verbraucht,  nur  wird  diese  Wirkung  um  so  geringer
sein,  je  mehr  in  der  betreffenden  Privatwirtschaft  für  den  Eigenverbrauch ­
  und  je  weniger  für  den  Markt  produziert  wird,  wie  dies
namentlich  bei  bäuerlichen  Wirffchaften  noch  beobachtet  werden  kann.
Dabei  ist  festzuhalten,  daß  der  Markt  eine  gegebene,  aber  keine
feste  Größe  ist.  Eine  gegebene  Größe  ist  er  insofern,  als  die  neu
auf  dem  Markte  erscheinenden  Käufer  und  Verkäufer  bereits  eingelebte ­
  Tauschbeziehungen  vorfinden,  die  sie  durch  ihre  eigenen  Wertschätzungen ­
  nur  teilweise  und  nicht  immer  leicht  beeinflussen  können.
Der  Preis  eines  Tages  wird  nicht  völlig  neu  geschaffen,  sondern
kennzeichnet  nur  die  Fortsetzung  der  bisherigen  Marktbewegung.
Andererseits  ist  aber  der  Umfang  des  Marktes  nicht  beständig,  da
Käufer  und  Verkäufer  in  ihren  persönlichen  Eigenschaften  und  in
der  Art  der  Ware  Mittel  finden,  die  Grenzen  auszudehnen,  denn
er  spielt  die  Hauptrolle  in  dem  organischen  Wachstum  der  Volkswirtschaft. ­
  Einmal  wird  der  Gewinn  des  Produzenten  in  doppelter
Weise  beeinflußt,  durch  die  Vergrößerung  des  Umsatzes  und  die
dadurch  ermöglichten  verbesserten  Produktionsmethoden,  ferner
steigern  sich  die  Bedürfnisse  der  Konsumenten  mit  ihrer  Zahl  nicht
in  gleichem,  sondern  in  progressivem  Maße,  weil  dann  Nachahmung
und  sozialer  Zwang  in  Wirksamkeit  treten.  Es  war  ein  Irrtum
der  meisten  —  älteren  und  neueren  —  Theoretiker,  daß  sie  einen
von  den  gegebenen  natürlichen  und  sozialen  Verhältnissen  bedingten
Ruhezustand  der  Volkswirtschaft  angenommen  haben,  welchem  sich
jedes  einzelne  Wirtschaftssubjekt  rein  passiv  anzupassen  hat,  daß  sie
eine  wirtschaftliche  Entwicklung  aus  wirtschaftlichen  Ursachen  nicht
für  möglich  hielten  und  eine  solche  nur  natürlichen  Veränderungen
und  sozialen  Umwälzungen  zuschrieben.  Schumpeters  hat  zwar
den  Versuch  unternommen,  diese  „statische  Theorie"  mit  der  uni)

  Josef  Schumpeter,  Theorie  der  wirtschaftlichen  Entwicklung.  Leipzig ­
  1912.