1.  Nachfrage  und  Angebot.

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dagegen,  wie  voluminöse  Rohstoffe  und  landwirtschaftliche  Produkte,
werden  landschaftlich  und  örtlich  getrennte  Märkte  nebeneinander
bestehen.  Dabei  kann  es  vorkommen,  daß  sich  der  Markt  einer
Ware  bei  günstiger  Frachtgelegenheit  eher  nach  dem  benachbarten
Ausland  als  nach  deni  Inland  erstreckt,  wie  z.  B.  für  das  Vieh
der  österreichischen  Alpenländer  der  Viehmarkt  von  Nürnberg  bevorzugt ­
  wird,  und  das  Getreide  aus  dem  Nordosten  Preußens  mit
Hilfe  billiger  Wasserfracht  leichter  nach  England  als  nach  Süddeutschland ­
  kommt.  Ein  Weltmarkt  kommt  zum  Vorschein,  wenn
sich  mehrere  Länder  an  der  Zufuhr  und  Abnahme  beteiligen.  Da
aber  für  den  Weltmarkt  nur  jene  Mengen  in  Betracht  kommen,
welche  die  Jnlandserzeugung  über  den  eigenen  Bedarf  hervorbringt
oder  der  Jnlandsverbrauch  über  die  eigene  Erzeugung  benötigt,  so
können  gleichzeitig  nationale  und  lokale  Märkte  bestehen  bleiben,
wie  sich  dies  beim  Weizen  ersehen  läßt.  Infolge  der  handelstechnischen ­
  Gliederung  gibt  es  aber  nicht  bloß  mehrere  Märkte  für
die  gleiche  Ware,  also  für  dieselbe  Warengattung,  sondern  auch  für
dieselbe  individuell  bestimmte  Ware.  Ein  Gut  gelangt  nicht  direkt
vom  Produzenten  zum  Konsuinenten,  sondern  legt  einen  Zirkulationsprozeß ­
  zurück,  in  dessen  Verlaufe  es  mehrmals  gekauft  und  verkauft
wird;  denn  es  geht  vom  Erzeuger  zum  Großhändler,  von  diesem
zum  Kleinhändler,  dann  zum  Detaillisten  und  schließlich  zum  eigentlichen ­
  Verbraucher,  der  „letzten  Hand",  vorausgesetzt,  daß  es  überhaupt ­
  schon  genußreif  ist.  Bedarf  hat  in  diesem  Falle  nicht  bloß
der  eigentliche  Verbraucher,  sondern  auch  jede  ihm  vorangehende
„Zwischenhand".  Die  bezüglichen  Tauschakte  gehören  besonderen
Märkten,  die  aber  wegen  der  Einheitlichkeit  des  Zirkulationsprozesses
nicht  nebeneinander  liegen,  sondern  ineinander  geschachtelt  sind.  In
diesein  Ineinander  der  Märkte  kann  aber  wieder  ein  Nebeneinander
entstehen,  weil  der  Großhandel  Kleinhändler  und  Detaillisten  versorgt, ­
  die  sich  aus  mehrere  lokal  getrennte  Märkte  verteilen.
Die  Verschiedenheit  der  Märkte  zeigt  sich  nicht  bloß  bei  den
Waren  als  Genußgütern  oder  Produktivgütern,  sondern  auch  bei
Arbeitskräften  und  Geldkapitalien.  Daß  Angebot  und  Nachfrage
nach  Arbeitskräften  von  Ort  zu  Ort,  von  Beruf  zu  Beruf,  von
Land  zu  Land  in  ganz  verschiedener  Gestaltung  nebeneinander  bestehen, ­
  bedarf  keiner  näheren  Ausführung.  Aber  selbst  für  das  so
leicht  übertragbare  Geldkapital  erhalten  sich  verschiedene  Märkte  in
ganz  ungleicher  Entwicklung.  So  unterscheidet  man  innerhalb  eines
Landes  ziemlich  scharf  zwischen  dem  Markt  für  öffentliche  Anleihen