2.  Der  Bedarf  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.  131

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und  Detaillisten  alimentiert,  die  sich  in  verschiedene  teils  konkurrierende, ­
  teils  nicht  konkurrierende  Märkte  teilen.  Bekanntlich ­
  kann  eine  ganz  gleiche  Ware  verschiedene  Preise  haben,  je
nachdem  sie  im  Zentrum  der  Großstadt  mit  starkem  Fremdenverkehr,
in  dem  von  Einheimischen  bevorzugten  Geschäftsviertel  oder  in
einend  Vorstadtladen,  je  nachdem  sie  in  einem  mit  allem  neuzeitlichen ­
  Luxus  ausgestatteten  Laden  einer  Hauptstraße  oder
in  einem  bescheidenen  Laden  einer  Seitengasse  feilgeboten  wird,
weil  eben  jeder  dieser  Verkäufer  mit  einem  verschiedenen
Kundenkreise  rechnet,  also  einem  anderen  Markte  angehört.  Sehrerheblich
  sind  ferner,  wie  die  Statistik  der  Lebensmittelpreise  erweist, ­
  die  Preisdifferenzen  beim  Fleisch,  je  nachdem  es  von  Großkonsumenten ­
  (Militärverwaltung,  Krankenanstalten,  Konsumverein)
oder  von  Bewohnern  eines  Arbeiterviertels  oder  eines  Geschäftsviertels ­
  oder  eines  Villenviertels  bezogen  wird.
Nicht  bloß  die  ineinander  geschichteten,  auch  die  nebeneinander
liegenden  Märkte  beeinflussen  sich  gegenseitig  je  nach  ihrer  Wichtigkeit. ­
  Für  die  Preisbildung  geben  also  außer  den  dem  Markt  selbst
eigentümlichen  lokalen  auch  fremde  Faktoren  den  Ausschlag,  so
daß  eine  sehr  komplizierte  Kreuzung  verschiedenartiger  Einflüsse
entsteht.  Der  Zollschutz  verfolgt  den  Zweck,  die  Wirkung  der
fremden  Marktsaktoren  auszuschalten  oder  zu  mildern,  damit  die
lokalen  besser  zum  Vorschein  kommen.  Die  Verschiedenheit  in  der
Wichtigkeit  der  Märkte  ergibt  sich  nicht  bloß  aus  der  Zahl  der
ihren  Bedarf  deckenden  Wirtschaftssubjekte,  also  z.  B.  aus  der
Einwohnerzahl  einer  Stadt,  sondern  vielniehr  aus  ihrer  Konsumkraft, ­
  die  sowohl  quantitativ  als  auch  qualitativ  schwankt,  da  die
Konsumanteile  an  Weizen,  Roggen,  Reis,  Kartoffeln,  an  Rindfleisch, ­
  Schweinefleisch,  Schasfleisch,  an  Kaffee,  Tee,  Kakao,  an
Butter,  Ol,  Schweineschmalz,  an  vegetabilischer  und  animalischer
Nahrung  überhaupt,  an  Kleidung  und  Wohnung  nach  Klima,  Gewohnheit ­
  und  Sitte  sehr  ungleich  sind.  Die  Bedeutung  der  Märkte
ändert  sich  ferner  mit  der  Zeit  und  unterliegt  auch  periodischen
Schwankungen.  Da  landwirtschaftliche  Erzeugnisse  hauptsächlich
nach  der  Ernte  umgesetzt  werden,  so  wiegt  die  Preisbildung  in
dieser  Zeit  viel  schwerer  als  sonst.  Doch  auch  für  viele  gewerbliche ­
  Erzeugnisse  besteht  eine  „Saison",  wie  für  verschiedene
Kleidungsstücke  im  Frühjahr  und  Herbst,  für  Baumaterialen  im
Sommer,  für  Spielwaren  zur  Weihnachtszeit  usw.
Die  Preise  der  gleichen  Ware  von  verschiedenen  Märkten
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