132

III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

»

haben  also  nicht  dieselbe  Bedeutung,  sondern  die  Bedeutung  jener
Märkte,  von  denen  sie  stammen.  Daher  hat  die  vergleichende
Preisstatistik  mit  außerordentlichen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen,
weil  sich  die  Bedeutung  der  Märkte  nicht  so  leicht  in  einer  Zifferausdrücken
  läßt  wie  der  Preis  selbst.  Wenn  aus  mehreren  Preisen
ein  arithmetisches  Mittel  in  der  üblichen  Weise  gezogen  wird,  daß
alle  Einzelpreise  zusammengezählt  werden  und  die  erhaltene  Summe
durch  die  Anzahl  dieser  Einzelpreise  dividiert  wird,  so  kann  ein
ganz  falsches  Bild  entstehen.  Wenn  aus  einem  Markte  1000  Ballen
zu  400  und  auf  einem  anderen  Markte  100  Ballen  zu  500  K
gekauft  wurden,  so  kann  man  nicht  behaupten,  der  Mittelpreis
wäre  (400  +  500  :  2  =)  450  K,  weil  der  weitaus  größte  Teil
des  Bedarfes  zum  niedrigeren  Preise  gedeckt  wurde.  Die  Statistikersuchen
  sich  dadurch  zu  Helsen,  daß  sie  die  Preisziffer  mit  der
Mengenziffer  multiplizieren,  die  so  erhaltenen  Ziffern  zusammenzählen ­
  und  durch  die  Ziffer  für  die  Gesaiiltmenge  dividieren.  Das
ist  das  sogenannte  „gewogene"  arithmetische  Mittel.  In  unserem
Beispiel  wäre  es  (1000X400  =)  400000  +  (100  X  500  =)
50000  =  450000  :  1100  —  409  K.  Die  Mengenziffer  aber  ist
abgesehen  davon,  daß  sie  nicht  immer  festgestellt  werden  kann,  doch
nur  ein  rohes  Mittel  zur  Darstellung  der  Bedeutung  eines
Marktes,  da  es  doch  auch  auf  die  Stellung  dieses  Marktes  zu  den
übrigen  Märkten  ankommt.  Der  Preis  an  einer  Börse  kann  aus
Grund  eines  geringen  Umsatzes  zustande  gekommen  sein,  erhält
aber  durch  seine  amtliche  Feststellung  und  Veröffentlichung  eine
weit  über  diese  Mengenziffer  hinausgehende  Bedeutung.  Man
müßte  für  die  Bedeutung  des  Marktes  behufs  Multiplikation  mit
den  Einzelpreisen  einen  Wichtigkeitskoesfizienten  finden,  der  sich
aber  kaum  ziffernmäßig  berechnen  ließe,  sondern  mehr  gefühlsmäßig ­
  geschätzt  werden  müßte.  Erst  die  Summierung  der  mit
den  Wichtigkeitskoeffizienten  multiplizierten  Einzelpreise  und  die
Division  dieser  Summe  durch  die  Summe  der  Koeffizienten  würde
ein  richtiges  Mittel  ergeben.  Bei  dem  Mangel  ziffernmäßiger
Unterlagen  für  die  Berechnung  des  Wichtigkeitskoeffizienten  ist  es
aber  fraglich,  ob  auf  dem  Gebiete  der  Preisvergleichung  die
statistische  Methode  überhaupt  zum  Ziele  führt  und  die  deskriptive
Methode  nicht  den  Vorzug  verdienen  würde.
Dritter  Erfahrungssatz:  Nicht  bloß  der  gegenwärtige, ­
  sondern  auch  der  künftige  Bedarf  beeinflußt
die  jetzige  Nachfrage.