136  III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

Güter  der  technischen  Konsumtion  wie  Kohle,  Eisen,  Baumwolle,
Holz  usw.
Elastisch  nach  innen  ist  der  Verbrauch  von  Branntwein  zu
Trinkzwecken,  der  in  den  Kulturländern  mit  zunehmender  Wohlhabenheit ­
  der  Bevölkerung  sinkt  und  besonders  bei  der  Erhöhung
der  üblichen  Verbrauchssteuer  scharse  Rückgänge  erfährt.  Auch  der
Brotkonsum  pflegt  sich  im  allgemeinen  bei  höherer  kultureller  Entwicklung ­
  zu  vermindern,  wobei  freilich  auch  allgemeine  Sitte  und
persönlicher  Geschmack  in  hohem  Grade  differenzierend  wirken.
Elastisch  nach  innen  und  außen  ist  der  Verbrauch  von  Tabak  und
Bier,  weil  er  einerseits  leicht  erweitert,  andererseits  aber  auch  ohne
allzu  große  Opfer  quantitativ  oder  durch  Übergang  ans  billigere
Sorten  qualitativ  eingeschränkt  werden  kann.
Bei  elastischem  Bedarf  ist  die  Erweiterung  oder  Verengerung
nicht  immer  eine  gleichmäßige.  Bei  manchen  Waren  ist  ein  gewisser
Sättigungspunkt  vorhanden,  über  den  die  Erweiterung  nicht  hinausgehen ­
  kann.  Bei  Kartoffeln  zu  Genußzwecken  ist  der  Sättigungspunkt ­
  so  niedrig,  daß  nur  die  vielfältige  technische  Verwertung  der
Kartoffel  zur  Spiritusbrennerei,  Stärkefabrikation  usw.  eine  Erweiterung ­
  des  Verbrauches  ermöglichte.  Die  Preise  für  die  Auslandswechsel, ­
  die  Devisenkurse,  können  bei  geordneter  Währung  nur
bis  zum  sogenannten  Goldpunkte  steigen,  der  sich  aus  der  Münzparität ­
  unter  Hinzurechnung  von  etwa  einem  halben  Prozent  für  die
Versicherungs-  und  Transportkosten  des  effektiven  Goldes  ergibt,  da
über  diese  Grenze  hinaus  der  Bedarf  nach  Wechseln  vollständig  abbricht ­
  und  das  Gold  selbst  versendet  wird.  Häufig  ist  ferner  der
Fall,  daß  der  Bedarf  nach  einem  Gute  bei  einem  bestimmten  Punkte
der  Erweiterung  oder  Einschränkung  auf  Surrogate  desselben  abgedrängt ­
  wird.  In  einem  solchen  Surrogatverhältnis  stehen  Fleisch
und  Kartoffeln,  Bier  und  Wein,  Südfrüchte  und  Obst,  Gaslicht
und  elektrisches  Licht.  Auf  dem  Hamburger  Buttermarkte  zogen  im
Jahre  1911  die  Preise  so  scharf  an,  daß  die  Bevölkerung  zu  Ersatzmitteln, ­
  wie  Margarine,  Pflanzenfett  und  Schmalz,  überging;  als
dann  unter  dem  Eindrücke  dieser  Erscheinung  die  Butterpreise  Ende
Oktober  wieder  nachgaben,  hatte  sich  die  Bevölkerung  an  die  Ersatzmittel ­
  gewöhnt  und  blieb  dabei.  Als  die  Preise  für  Rohpetroleum
in  Österreich  infolge  einer  Überproduktion  im  Laufe  des  Jahres  1908
bis  unter  eine  Krone  für  100  kg  sanken,  entschlossen  sich  verschiedene
staatliche  und  private  Unternehmungen  zur  Einführung  der  Petroleumheizung, ­
  die  aber  bei  der  Überschreitung  des  Preises  von  drei  Kronen