2.  Der  Bedarf  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.

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vorführen.  Nur  ein  sehr  geringer  Teil  dieser  Modelle  findet  Anklang. ­
  Dieser  wird  in  allen  übrigen  Großstädten  der  Welt  kopiert
und  muß  begreiflicherweise  sehr  hoch  über  dem  Wert  des  Materials
(Stoff,  Aufputz»  bezahlt  werden,  da  das  Wertvollste  die  in  diesem
Material  verkörperte  Idee  ist.
Bis  zu  einem  gewissen  Grade  wird  auch  auf  dem  Gebiete  der
Kunst  und  Literatur  Mode  geschaffen,  natürlich  auch  nur  innerhalb
der  durch  die  Psychologie  der  Massen  gegebenen  Begrenzung.  Bei
den  großen  Gemäldeversteigerungen  in  Paris  ist  es  ein  ziemlich
bekannter  und  oft  geübter  Kunstgriff,  daß  ein  Kunsthändler  den  von
ihm  zu  zahlenden  Preis  für  das  Bild  eines  bisher  weniger  geschätzten ­
  Künstlers  außerordentlich  hoch  hinauftreiben  läßt,  damit
ein  solcher  Rekordpreis  das  allgemeine  Interesse  des  Publikums
weckt  und  der  Händler  auf  diese  Weise  in  die  Lage  kommt,  die
bereits  früher  in  seinen  Besitz  gebrachten  Bilder  desselben  Künstlers
zu  guten  Preisen  loszuschlagen.  Aus  diese  Weise  ist  im  Herbst  1912
ein  Bild  von  Degas  („Die  Tänzerinnen  an  der  Barre"),  das  der
Künstler  selbst  für  500  Francs  verkauft  hatte,  bis  auf  den  Preis
von  435  000  Francs  hinaufgetrieben  worden.  Bereits  ein  Vierteljahrhundert ­
  vorher  war  der  Preis  für  ein  Bild  von  Millet  („Angelus") ­
  durch  fiktive  Verkäufe  bis  auf  800  000  Francs  gesteigert
worden.  Eine  ähnliche  Erscheinung  bildet  die  „wattierte"  Operette.
Da  Wien  der  Hauptmarkt  für  Operetten  in  der  Welt  überhaupt  ist,
so  sucht  das  Wiener  Operettenbureau,  welches  eine  Novität  herausbringt, ­
  mit  Hilfe  von  Freikarten,  Jubiläen  usw.  200  Aufführungen
durchzusetzen,  weil  in  diesem  Falle  die  englischen  und  amerikanischen
Theater  willige  Käufer  sind  und  der  Gewinn  bei  diesem  Geschäft
die  Kosten  der  ersten  Ausführungen  reichlich  deckt.  Doch  auch
manchem  Meisterwerk  von  Wagner,  Ibsen,  Hauptmann  usw.  hat
es  genützt,  daß  begeisterte  Schriftsteller  in  der  Presse  dem  Publikum
die  Überzeugung  suggerierten,  daß  sich  jeder  gebildete  Mensch
schämen  müsse,  ein  solches  Werk  nicht  schön  zu  finden.  Eine  solche
ästhetische  Epidemie  kann  auch  einen  völlig  unmusikalischen  Menschen
zum  Wagnerschwärmer  machen.
Verschiedene  Mittel  zur  Erhöhung  des  Bedarfes  besitzt  die
Produktion  in  der  Qualitätsbestimmung,  in  der  Ausmachung  und
in  der  Preistechnik.  Die  landwirtschaftlichen  Produkte  gewinnen
größeren  Absatz,  wenn  sie  so  konserviert  werden,  daß  sie  auch  außerhalb ­
  der  Erntezeit  zur  Verfügung  stehen  und  über  weitere  Strecken
transportabel  sind,  wie  dies  bei  Gemüse,  Obst,  Fleisch,  Geflügel ­