4.  Dic  Verfügbarkeit  an  Geld  in  der  Volkswirtschaft.

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Das  Geld  ist  auch  eine  Ware,  nämlich  Gegenstand  von  Angebot ­
  und  Nachfrage,  aber  eine  Ware  mit  besonderer  Vorzugstellung ­
  insofern,  als  der  Gebrauchswert  mit  dem  Tauschverkehr
innig  zusammenhängt.  Das  Brot  wird  erworben,  um  gegessen,
von  Händlern  freilich  auch,  um  getaitscht  zu  werden,  das  Geld  aber,
wenn  man  von  dem  Ausuahmsfall  der  Einschmelzung  zu  Industriezwecken
  absieht,  nur  um  getauscht  zu  werden.  Als  Ware  hat  nun
das  Geld  ebenfalls  einen  nach  Ort  und  Zeit  wechselnden  Tauschwert, ­
  ist  also  selbst  kein  fester,  sondern  ein  veränderlicher  Wertmesser ­
  für  den  Tauschwert  der  anderen  Waren,  die  wir  von  nun
an  als  Waren  überhaupt  dem  Gelde  gegenüberstellen  wollen.  Die
Wertmessung  der  Waren  vollzieht  sich  also  nicht  anders,  als  wenn
man  mit  einem  Meterstabe,  der  sich  bei  jeder  Erwärmung  merklich
ausdehnt  und  mit  jeder  Abkühlung  merklich  zusammenzieht,  Gegenstände ­
  messen  will,  die  ebenfalls  einer  solchen  Ausdehnung  und
Zusammenziehung  ausgesetzt  sind,  so  daß  Messungen  zu  verschiedenen
Zeiten  und  an  verschiedenen  Gegenständen  streng  genommen  nicht
vergleichbar  sind.  Allerdings  sind  in  diesem  Falle  die  Veränderungen ­
  aus  Seite  des  Maßstabes,  also  des  Geldes,  viel
geringer  als  auf  Seite  der  Waren,  meist  so  gering,  wie  wir
noch  sehen  werden,  daß  sie  im  gewöhnlichen  Leben  ganz  vernachlässigt ­
  werden.  Theoretisch  ist  aber  zu  unterscheiden
zwischen  dem  Tauschwerte  der  Waren,  der  in  Geld  ausgedrückt
wird,  also  dem  Geldwerte  der  Waren,  und  dem  Tauschwerte  des
Geldes,  der  in  Waren  ausgedrückt  wird,  also  dem  Warenwerte
des  Geldes.  Dieser  Warenwert  des  Geldes  ist  nicht  durch  bloße
Umkehrung  der  Preisstellung  ersichtlich,  indem  ich  z.  B.  statt  1  kg
Mehl  kostet  0,40  K  sage  eine  Krone  hat  den  Wert  von  2,50  kg
Mehl,  denn  damit  ist  nur  das  Verhältnis  der  Geldeinheit  zu  einer
bestimmten  Ware,  an  einem  bestimmten  Orte  und  zu  bestimmter
Zeit  gekennzeichnet.  Fasse  ich  die  Preise  mehrerer  Waren  am
gleichen  Orte  und  zu  gleicher  Zeit  zusammen,  indem  ich  sie  auf
die  Geldeinheit  reduziere,  also  berechne,  welche  Mengen  von
Waren  aller  Art  an  diesem  Ort  und  zu  dieser  Zeit  für
eine  Krone  gekauft  werden  können,  so  stelle  ich  die  Kaufkraft ­
  dieser  Geldeinheit  an  bestimmtem  Ort  und  zu  bestimmter
Zeit  fest.  Mit  Untersuchungen  über  die  Kaufkraft  des  Geldes
hat  sich  die  Wissenschaft  der  Nationalökonomie  im  vorigen
Jahrhundert  besonders  lebhaft  befaßt,  indem  sie  nach  verschiedenen
Methoden  Indexziffern  berechnete.  Solche  Indexziffern  leiden