vor  allem  daran,  daß  sie  die  Ungleichheit  der  Verbrauchsmenge
der  zugrunde  gelegten  Waren  nicht  oder  nur  ungenügend  berücksichtigen ­
  können  und  daß  die  Zusammensetzung  des  Verbrauches
bezüglich  Art  und  Menge  der  einzelnen  Waren  nach  Ort  und
Zeit  sehr  verschieden  ist,  so  daß  z.  B.  der  Teekonsum  in  England
nicht  mit  demselben  Koeffizienten  eingestellt  werden  darf  wie  in
Österreich.  Doch  selbst  wenn  alle  diese  Schwierigkeiten  nicht  bestünden, ­
  konnte  man  nur  vermuten,  daß  eine  ziemlich  gleichmäßig
bei  allen  wichtigen  Bedarfsartikeln  eintretende  Erhöhung  oder  Ermäßigung ­
  ihre  Ursache  in  einer  Veränderung  des  Geldwertes  haben
dürfte.  Eine  Gewißheit  läßt  sich  darüber  deshalb  nicht  gewinnen,
weil  der  Preis,  von  dem  man  ausgeht,  nur  das  momentane  Tauschverhältnis ­
  zwischen  Geld  und  Ware  angibt  und  nicht  erkennen
läßt,  ob  er  seine  örtliche  oder  zeitliche  Änderung  aus  den  Bestimmungsgründen
  auf  Seite  der  Ware  oder  auf  Seite  des  Geldes
ableitet,  ob  sich  der  Geldwert  der  Ware  oder  der  Warenwert  des
Geldes  verschoben  hat  oder  ob  gar  der  Preis  deshalb  gleich  geblieben ­
  ist,  weil  eine  Änderung  des  Geldwertes  der  Ware  durch
eine  gegenteilige  Änderung  des  Warenwertes  des  Geldes  aufgehoben ­
  worden  ist.  Wenn  auf  einem  Markte  um  eine  Krone
4  kg  Brot  und  aus  einem  zeitlich  oder  örtlich  verschiedenen  Markte
nur  3  kg  Brot  gekauft  werden,  so  weiß  ich  zunächst  nicht,  ob  sich
nicht  die  Krone  irgendwie  entwertet  oder  das  Brot  irgendwie  verteuert ­
  hat,  denn  beide  Ursachen  vermindern  die  Kaufkraft.  Bei
einer  Zusammenfassung  vieler  und  verschiedener  Waren  kann  ich
zwar  annehmen,  daß  die  Ursache  einer  allgemeinen  Senkung  der
Kauflraft  auf  Seite  des  Geldes  zu  suchen  sein  wird,  aber  da  doch
bei  einigen  wichtigen  Waren  eine  Verteuerung  platzgegriffen  haben
kann,  so  werde  ich  doch  nie  imstande  sein,  aus  der  Senkung  der
Kaufkraft  auch  die  Senkung  des  Tauschwertes  des  Geldes  zu  berechnen. ­
  Darauf  kann  ich  vielmehr  nur  indirekt  schließen  durch
eine  Betrachtung  von  Angebot  und  Nachfrage  beim  Gelde  selbst.
Auf  diese  Weise  sehen  wir  neben  dem  Warenmarkt  einen
eigenen  Geldmarkt  erstehen,  der  sich  aber  wieder  kompliziert,  weil
das  Geld  volkswirtschaftlich  und  privatwirtschaftlich  eine  verschiedene ­
  Rolle  spielt.  Bezeichnenderweise  versteht  man  im  gewöhnlichen ­
  Leben  unter  Geldmarkt  den  Markt  für  Geldkapitalien,  nicht
aber  den  für  Tauschmittel.  Das  wichtigste  Tauschmittel  der  Volkswirtschaft ­
  ist  in  der  Privatwirtschaft  das  wichtigste  Sparmittel
und  der  sich  nun  vollziehende  unaufhörliche  Umwandlungsprozeß