4.  Die  Verfügbarkeit  an  Geld  in  der  Volkswirtschaft.  155
Waren  in  ein  Verhältnis  und  meint,  daß  eine  Vergrößerung  der
Menge  der  Tauschmittel,  die  aber  nur  auf  die  vorhandene  Menge
der  Waren  verteilt  werden  kann,  die  Nachfrage  nach  Waren  verstärken ­
  und  dadurch  den  Wert  der  Ware  erhöhen  und  den  Wert
des  Geldes  vermindern  wird.  In  Wirklichkeit  besteht  zwischen  Geldvorrat ­
  und  Warenvorrat  diese  direkte  Beziehung  nicht.  Das  Geld
steht  nicht  den  Waren,  sondern  den  Zahlungsakten  gegenüber,  die
sich  innerhalb  eines  bestimmten  Zeitramnes  sehr  ungleichmäßig  nach
Jahreszeiten,  Monatstagen  und  Tagesstunden  verteilen  und  deren
Verteilung  auch  vom  Menschen  beeinflußt  werden  kann,  indem
Zahlungen  von  unbequemen  Terminen  auf  bequemere  verschoben
werden.  Da  die  Volkswirtschaft  eine  planmäßige  Fürsorge  ist,  so
müssen  die  im  Rahmen  derselben  tätigen  öffentlichen  und  privaten
Wirffchaftskörper  für  die  Sicherstellung  dieser  Zahlungsakte  in
einem  bestimmten  Zeitabschnitt  durch  Bildung  von  Bargeldvorräten
Sorge  tragen.  Der  Arbeiter  behält  seinen  Wochenlohn,  der  Beamte
seinen  Monatsgehalt,  die  Kaufleute,  die  Banken,  die  öffentlichen
Kaffen  behalten  einen  Teil  ihrer  Einnahmen  als  Barvorräte  oder
Kaffenbestände.  Durch  einen  Zahlungsakt  ergibt  sich  zunächst  nur
eine  Änderung  der  einzelnen  Bargeldvorräte,  denn  der  Geldbetrag
vermindert  den  einen,  den  er  verläßt,  uin  den  anderen  zu  vermehren.
Die  Erhöhung  oder  Verminderung  der  Geschwindigkeit,  mit  welcher
der  Geldbetrag  durch  die  Bargeldvorräte  wandert,  ist  ohne  Einfluß,
so  lange  nicht  mit  dieser  Veränderung  der  Geschwindigkeit  dauernd
gerechnet  werden  kann.  Bei  dauernder  Veränderung  wird  aber
bloß  die  Höhe  des  Bargeldvorrates  beeinflußt,  der  natürlich  niedriger
gehalten  wird,  wenn  Einnahmen  und  Ausgaben  rascher  auseinander
folgen.  Der  Geldumlauf  ist  nun,  da  die  Zeit  des  Zahlungsaktes
gleich  Null  gesetzt  werden  kann,  nichts  anderes  als  die  in  einem
Augenblick  gebildete  Summe  aller  Bargeldvorräte  innerhalb  einer
Volkswirtschaft.  Die  Höhe  des  einzelnen  Bargeldvorrates  hängt
von  der  Zahl  und  Größe  der  in  einem  bestimmten  Zeitabschnitte
voraussichtlich  zu  leistenden  Zahlungsakte  ab.  Die  Zahl  und  Größe
dieser  Zahlungsakte  entspricht  aber  keineswegs  der  Zahl  und  Größe
aller  Tauschakte,  da  mit  Hilfe  der  noch  zu  besprechenden  technischen
Verbesserungen  des  Zahlungswesens  durch  Wechsel,  Scheck,  Giroverkehr ­
  und  Clearingverkehr  viele  Zahlungen  erspart  werden.  Der
Scheck  ist  aber  nicht,  wie  dies  die  Formel  von  Fisher  angibt,  das
einzige  geldsparende  Mittel,  ist  aber  auch  nicht  immer  geldsparend,
sondern  nur  dann,  wenn  er  bloß  verrechnet  und  nicht  bar  abgehoben