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III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

aber  bei  sonstigen  Waren  die  in  einem  Jahre  verfügbare  Menge
von  der  in  diesem  Jahre  produzierten  Menge  nur  zu  Bruchteilen
derselben  abweicht,  sehen  wir  bei  Gold  die  auffällige  Tatsache,  daß
die  Verfügbarkeit  zum  weitaus  größten  Teile  nicht  aus  der  Produktion ­
  des  Jahres,  sondern  aus  dem  durch  Jahrhunderte  angesammelten ­
  Vorrat  stammt.  Da  der  wirkliche  Verbrauch  bei
Gold  durch  Abnützung  sehr  gering  ist,  so  findet  eigentlich  ein
dauernder  Gebrauch  statt.  Die  Goldproduktion  ist  zwar  rasch  gestiegen, ­
  und  zwar  nicht  bloß  durch  Auffindung  neuer  Lagerstätten,
sondern  auch  durch  Steigerung  der  Ausbeute  in  alten  Produktionsgebieten ­
  mit  Hilfe  von  technischen  Verbesserungen,  auch  ist  durch
den  Übergang  der  Förderung  vom  Schwemmlande  zum  Gangbergbau ­
  eine  größere  Stetigkeit  der  Entwicklung  erzielt  worden.  Die
durchschnittliche  Goldgewinnung  betrug  1850—60  32,4,  1881—85
40,0,  1896—1900  62,2,  1901—5  76,7  und  1906—10  105,7
Millionen  Unzen  Feingold,  hat  sich  also  in  den  letzten  zwei  Jahrzehnten ­
  fast  verdoppelt.  Wenn  man  aber  bedenkt,  daß  in  der
Zeit  von  1500  bis  1910  die  nachweisbare  Goldproduktion  der
Welt  56,7  Milliarden  Mark  erreichte,  und  die  nicht  nachweisbaren
Mengen,  sowie  die  Vorräte  vor  dem  Jahre  1500  für  die  Abnützung ­
  anrechnet,  so  bedeutet  selbst  die  hohe  Produktionsmenge
des  Jahres  1910  in  der  Höhe  von  1910  Millionen  Mark  nur
einen  Zuwachs  von  etwas  mehr  als  3°/o  des  schon  bestehenden
Goldvorrates.  Ter  für  die  Geldzirkulation  in  den  zivilisierten
Ländern  der  Welt  bereitgestellte  sogenannte  monetäre  Goldvorrat
beläuft  sich  nach  den  Berechnungen  des  amerikanischen  Münzdirektors ­
  allein  auf  30  Milliarden  Mark.  Die  Nachfrage  ist  ebenfalls ­
  gestiegen  und  konstanter  geworden.  Für  Jndustriezwecke
(Schmuck,  Zahntechnik)  wird  bereits  ein  Drittel  der  Jahresproduktion ­
  beansprucht.  Außerordentlich  groß  ist  ferner  die  Goldthesaurierung ­
  in  Britisch-Jndien,  weil  das  dortige  Familienrecht
Geschenke  in  Geld  und  Grund  und  Boden  an  Frauen  verbietet,
daher  Gold  in  Form  von  Schmuck  oder  als  Schmuck  verwendeten
Münzen  zur  Umgehung  dieses  Verbotes  verwendet  wird.  Der
Geldbedarf  ist  aber  durch  die  Einführung  von  Papiergeld  (Staatsnoten ­
  und  Banknoten),  sowie  durch  die  verschiedenen  geldsparenden
Einrichtungen  von  dem  Besitz  des  Landes  an  Gold  doch  zum
größten  Teile  unabhängig  geworden.  Von  einem  Einfluß  der  gesteigerten ­
  Goldproduktion  auf  die  Warenpreise  kann  denmach  unter
den  gegenwärtigen  Verhältnissen  nicht  die  Rede  sein.