6.  Die  Verfügbarkeit  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.

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wird  der  Nahrungsbedarf  sein,  je  reicher  es  ist,  desto  mehr  wird
für  Wohnung,  Kleidung,  Bildung  und  Vergnügen  ausgegeben.  Aber
nicht  bloß  die  Warengattungen,  auch  die  Warenqualitäten  stellen
sich  verschieden.  Manche  Kattundruckerei  in  Europa  stellt  für  überseeische ­
  Gebiete  Gewebe  her,  von  denen  sie  in  ihrer  nächsten  Umgebung ­
  nicht  ein  Stück  absetzen  könnte.  In  außereuropäischen  Ländern
ist  auch  der  Fall  häufig,  daß  sich  in  der  herrschenden  weißen  und
der  eingeborenen  farbigen  Bevölkerung  wesentlich  verschiedene  Einkommensgruppen ­
  gegenüberstehen,  so  daß  viele  Artikel  zwei  verschiedene ­
  Märkte  haben,  je  nachdem  sie  von  Europäern  oder  von
Eingeborenen  gekauft  werden.  Diese  differenzierende  Wirkung  der
Einkommensverhältniffe  zeigt  sich  auch  bei  der  Bildung  der  Eisenbahntarise.
  Eisenbahnen,  die  aus  ein  besonders  kaufkräftiges  Publikum
rechnen  können,  setzen  die  Fahrpreise  für  die  erste  Klasse  außerordentlich ­
  hoch  und  halten  dafür  die  der  anderen  Klassen  niedrig,
wie  dies  im  Orient  oft  beobachtet  werden  kann;  aus  der  Eisenbahnstrecke ­
  Jaffa—Jerusalem  beispielsweise  ist  der  Fahrpreis  zweiter
Klasse  mit  25,  der  Fahrpreis  erster  Klasse  mit  70,20  Piastern
festgesetzt.
6.  Die  Verfügbarkeit  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.
Erster  Erfahrungssatz:  Nicht  die  überhaupt  vorhandene, ­
  sondern  nur  die  verkaufsbereite  Menge  ist
von  Einfluß.
Der  Markt  in  abstraktem  Sinne  erstreckt  sich  für  jede  Ware
über  einen  gewissen  territorialen  Bereich,  das  Absatzgebiet;  aber
nicht  jede  in  dem  Absatzgebiete  vorhandene  Warenmenge  ist  auch
aus  dem  Markt  vorhanden,  denn  die  nicht  verkaufsbereiten  Mengen
können  höchstens  als  künftiges,  aber  nicht  als  gegenwärtiges  Angebot ­
  auf  die  Preise  wirken.  Diese  Tatsache  ist  für  die  Wirtschaftspolitik ­
  von  großer  Bedeutung,  denn  ihre  Außerachtlassung  erklärt
das  Fehlschlagen  mancher  zollpolitischen  Maßnahme,  andererseits
hat  ihre  Berücksichtigung  ein  wichtiges  Mittel  zur  künstlichen  Hebung
der  Preise  geboten.
Eine  zeitweilige  Aufhebung  oder  Ermäßigung  eines  Zolles  hat
gewöhnlich  nicht  die  beabsichtigte  Wirkung  einer  entsprechenden  Ermäßigung ­
  des  Inlandspreises  für  die  zollgeschützte  Ware,  denn
wenn  auch  unter  Benützung  dieser  Begünstigung  solche  Waren  aus
dem  Auslande  eingeführt  werden,  so  ist  noch  nicht  sicher,  daß  die
eingeführten  Waren  auch  sofort  auf  den  Jnlandsmarkt  kommen.