6.  Die  Verfügbarkeit  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.

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im  Detailhandel.  Die  Abspaltung  eines  oder  mehrerer  nebeneinander ­
  bestehender  Detailmärkte  wird  nicht  bloß  durch  das  Mengenverhältnis ­
  verursacht,  weil  der  letzte  Verbraucher  nur  kleine  Mengen
verwenden  kann,  während  der  Bezug  von  den  Produktionsstätten
in  ganzen  Wagen-  oder  Schiffsladungen  erfolgen  muß.  Sehr  viel
trägt  dazu  bei  die  leichte  Verderblichkeit  mancher  Waren,  wie
Fleisch,  Milch  usw.,  die  Gewohnheit  und  Bequemlichkeit  der  Käufer,
die  durch  den  Verkäufer  geschaffenen  persönlichen  Beziehungen,  die
schwer  auszurottende  Borgwirtschaft,  die  dem  Kreditgeber  eine  gewisse ­
  Kontrolle  der  persönlichen  Verhältnisse  der  Schuldner  aufzwingt ­
  usw.  Unter  Umständen  erlangt  der  Detailhändler  auf  diese
Weise  sogar  ein  lokales  Monopol,  das  ihm  auch  die  Befolgung
einer  monopolistischen  Preispolitik  ermöglicht,  so  daß  verschiedenen
Käufern  derselben  Ware  verschiedene  Preise  berechnet  werden.  Von
entscheidender  Bedeutung  ist  ferner  die  Tatsache,  daß  im  Detail-Handel
  ein  viel  innigerer  Zusammenhang  der  Preise  verschiedener
Waren  entsteht  als  im  Engroshandel,  weil  der  Gewinn  des  Unternehmers ­
  weniger  von  dem  Umsatz  der  Ware  als  vielmehr  von  dem
Umsatz  des  Geschäftes  abhängt.  Der  Detaillist  kann  daher  manchmal ­
  mit  Vorteil  eine  Ware  auch  unter  den  Selbstkosten  abgeben,
um  dadurch  Käufer  anzulocken;  die  Warenhäuser  bringen  solche
„Lockvögel"  planmäßig  zum  Verkauf,  Kaffeegeschäste  geben  den
Zucker  zum  Selbstkostenpreise  usw.  Der  Detailpreis  hängt  also
nur  zum  Teil  vom  Engrospreise  ab,  wirkt  sogar  auf  diesen  zurück.
Diese  Beobachtung  hat  wieder  zu  einer  Übertreibung  bei  den  Grenznutzentheoretikern ­
  geführt,  die  ihrer  Theorie  gemäß  die  Preisbildung
ganz  auf  die  Nachfrage  gründen  wollen.  Zuckerkandl  (Artikel
„Preis"  im  Handwörterbuch  der  Staatswiffenschasten)  sagt:  „Die
im  Großverkehr  sich  ergebenden  Durchschnittspreise  bestimmen  sich
nach  den  Preisen,  die  die  Konsumenten  unter  den  jeweils  gegebenen
Umständen  zu  zahlen  gesonnen  sind."  Daß  aber  die  Produzenten
bei  der  Preisbildung  auch  etwas  zu  sagen  haben,  bedarf  wohl  keines
neuen  Beweises  mehr.
Dritter  Erfahrungssatz:  Nicht  bloß  die  gegenwärtige, ­
  sondern  auch  die  künftige  Produktion  beeinflußt ­
  das  jetzige  Angebot.
Da  die  wirtschaftliche  Tätigkeit  in  einer  planmäßigen  Fürsorge
besteht,  so  wird  nicht  bloß  der  künftige  Bedarf,  sondern  auch  die
künftige  Produktion  antizipiert.  Bei  der  Industrie  kommt  diese
Tatsache  weniger  zum  Vorschein,  weil  sie  unabhängig  von  der  Gunst