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III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

des  Wetters  regelmäßig  arbeiten  und  besonders  einem  steigenden
Bedarfs  leicht  entsprechen  kann.  Bei  der  Landwirtschaft  dagegen
kommen  große  Schwankungen  in  den  Ernteergebnissen  vor,  die  ihre
Schatten  weit  vorauszuwerfen  pflegen.  Besonders  bei  dringlichen
Bedürfnissen  kann  die  Angst  vor  der  Unzulänglichkeit  der  Güterversorgung ­
  außerordentlich  preissteigernd  wirken.  Darauf  weist  die
Kingsche  Regel  hin,  welche  besagt,  daß  eine  Verminderung  der
Ernte  in  Getreide  eine  unverhältnismäßig  größere  Steigerung  der
Preise  mit  sich  bringt.  Die  hierfür  aufgestellte  ziffernmäßige  Skala,
derzufolge  ein  Ernteausfall  um  1 /,o  die  Preise  um  8 /io,  ein  solcher
von  2 /io  die  Preise  um  8 /io,  ein  solcher  von  3 /io  die  Preise  um
16 /io  usw.  erhöht,  hat  sich  natürlich  als  ganz  unrichtig  erwiesen,
der  Hinweis  auf  das  psychologische  Moment  trifft  aber  zu,  und
zwar  nicht  bloß  bei  Getreide.  Julius  Wolf  spricht  daher  von
einem  „Gesetz  der  Disproportionalität  und  zwar  der  steigenden
Disproportionalität  in  der  Bewegung  von  Marktvorräten  und
Preisen",  demzufolge  sich  die  Verschiebungen  in  Angebot  und  Nachfrage ­
  zum  Vielfachen  auf  den  Preis  übertragen.  Von  einem  Gesetz
kann  auch  hier  keine  Rede  sein,  weil  bei  den  Fabrikaten,  die  sich
rasch  vermehren  lassen,  das  psychologische  Moment  nicht  zur
Geltung  kommt;  überdies  kommt  es  nicht  aus  die  Marktvorräte,
sondern  auf  die  voraussichtliche  Produktion  an.  Ein  charakteristischer
Fall  hat  sich  in  der  neuesten  Zeit  ereignet,  indem  im  Jahre  1911
infolge  einer  schlechten  Ernte  in  Reis  eine  gewaltige  Preissteigerung
dieses  für  die  Bevölkerung  Ostasiens  wichtigsten  Nahrungsmittels
platzgriff;  in  Singapore  notierte  Reis  für  den  Koyan  (=  40  Pikuls
=  2419  kg)  Anfangs  Juli  216  und  Mitte  September  480  Dollars,
erfuhr  also  in  kurzer  Zeit  eine  Steigerung  von  mehr  als  200  %.
Genauer  genommen  sollte  man  die  preissteigernde  Wirkung
nicht  der  künftigen,  sondern  der  voraussichtlichen  Ernte  zuschreiben;
denn  damit  käme  die  Taffache  zum  Ausdruck,  daß  es  sich  hier  um
ein  subjektives  Urteil  handelt,  das  nach  der  Sachkenntnis  und  Erfahrung ­
  des  Urteilenden  sowie  nach  der  Beschaffenheit  der  ihm  zukommenden ­
  Nachrichten  sehr  verschieden  ausfallen  kann.  Die  Möglichkeit ­
  eines  unbewußten  Irrtums  und  einer  bewußten  Irreführung
ist  um  so  größer,  je  schwieriger  die  Ernteschätzung  ist.  Wie  sehr
man  fehlgeht,  zeigt  sich  darin,  daß  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  trotz  ihrer  umfassenden  Berichterstattung  ihre  eigenen
offiziellen  Angaben  über  die  Getreideernte  nachträglich  manchmal
um  mehr  als  10°/o  korrigiert  haben.  In  Ländern,  in  denen  der