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III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

Löhnen  und  geringwertiger  Landwirtschaft  verpflanzt  wird,  weil  sie
viel  Arbeitskraft  erfordert  und  verhältnismäßig  wenig  die  Anwendung ­
  von  arbeitsparenden  Maschinen  gestattet.  Die  Senkung
der  Kosten  bei  vermehrter  Produktion  ist  allerdings  keine  gleichmäßige. ­
  Eine  plötzliche  Not  an  Rohmaterial  kann  gewaltige  Rückschläge ­
  bewirken.  So  litt  die  Papierindustrie  unter  der  Not  an
Hadern,  bis  sie  im  Holz  ein  neues  und  massenhaft  vorkommendes
Rohmaterial  fand.  Die  durch  den  amerikanischen  Bürgerkrieg  hervorgerufene ­
  Baumwollnot  bietet  ebenfalls  ein  Beispiel.  Im  Jahre  1911
mußte  die  deutsche  Spiritusbrennerei  wegen  der  schlechten  Kartoffelernte ­
  zum  teuren  Mais  übergehen.  Noch  häufiger  ist  die  Unterbrechung ­
  dem  Umstande  zuzuschreiben,  daß  sich  die  Sachanlagen
nicht  gleichmäßig  mit  der  Produktion,  sondern  nur  stoßweise  vermehren ­
  lassen;  denn  die  Kosten  nehmen  dann  nur  ab,  so  lange
sich  ein  vorhandener  Betrieb  normal  ausnützen  läßt,  während  jede
neue  Vergrößerung  die  Generalkosten  zunächst  anschwellen  läßt.
Eine  Eisenbahn  beispielsweise  wird  ihre  Kosten  mit  steigendem
Verkehre  nur  solange  vermindern,  als  sie  ihn  mit  dem  vorhandenen
einen  Gleise  bewältigen  kann;  muß  sie  zur  Anlage  eines  Doppelgleises,
  zur  Umgestaltung  der  Bahnhöfe  usw.  schreiten,  so  wird  eine
Erhöhung  unvermeidlich  sein,  bis  der  steigende  Verkehr  eine  bessere
Ausnutzung  der  neuen  Anlage  gestattet.  Vorübergehend  kann  sich
auch  die  Geschwindigkeit  der  Reproduktion  bemerkbar  machen,  denn
je  geringer  diese  Geschwindigkeit  ist,  desto  schwerer  wird  die  Anpassung ­
  an  den  steigenden  Bedarf.  Der  Preis  für  Kautschuk,  dessen
Tiefpunkt  2  sh  für  das  englische  Pfund  ist,  stieg  im  Jahre  1910
infolge  der  hohen  Anforderungen  besonders  der  amerikanischen
Automobilindustrie  bis  auf  12  sh  für  1  kg.  Zu  der  „wilden"
Gummiproduktion  Brasiliens  gesellte  sich  zwar  unter  dem  Einfluß
der  größeren  Nachfrage  die  Plantagenproduktion  Ostasiens,  die
sogar  mit  niedrigeren  Kosten  arbeiten  kann,  denn  die  Produktionskosten ­
  stellen  sich  beim  „wilden"  Guinmi  aus  3  und  beim  Plantagengummi ­
  nur  auf  VU  sh;  aber  es  dauert  geraume  Zeit,  bis  die  neu
angelegten  Plantagen  genügende  Mengen  an  Ware  liefern  können,
so  daß  man  erst  im  Jastre  1916  mit  100  000  t  rechnet,  die  mit
den  nach  älterem  Verfahren  produzierten  100000  t  eine  Jahresproduktion ­
  von  200000  t  ergeben  würden,  während  der  Jahresbedarf
aus  höchstens  150000  t  geschätzt  wird.  Daneben  werden  aber  die
Versuche  zur  Herstellung  eines  billigen  künstlichen  Kautschuks  eifrig
fortgesetzt.