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6.  Die  Verfügbarkeit  an  Ware  in  der  Volkswirtschaft.  173
des  Gefriewerfahrens  auf  Fleisch  und  die  industrielle  Verarbeitung
der  Milch  zu  Butter,  denn  nunmehr  steigt  auch  in  diesen  Produkten
die  Konkurrenzfähigkeit  der  Überfeegebiete.  Unter  dem  Einflüsse
dieser  Konkurrenz  ist  die  Viehzucht  in  den  Industrieländern  Europas
im  Rückgänge,  der  Ausfall  in  der  Menge  ist  aber  durch  Steigerung
des  Produktwertes  mehr  als  hereingebracht  worden.  England  hat
durch  Veredlung  der  Viehrassen  eine  besonders  hochwertige  Qualitätsware ­
  in  Fleisch  erzielt.  Dänemark  ist  vorbildlich  geworden  durch
die  industrielle  Entwicklung  des  Molkereiwesens,  denn  es  importiert
in  steigenden  Mengen  ausländische  Futtermittel,  um  namentlich
Butter,  daneben  aber  auch  Speck  und  Fleisch,  nach  den  verschiedensten
Ländern  Europas  zu  exportieren.  Diesem  Beispiele  folgten  Holland
und  Finland.  Einen  wichtigen  Schritt  zur  Industrialisierung  bedeutet ­
  auch  die  Geflügelzucht,  die  durch  Gewinnung  an  Geflügeleiern ­
  und  durch  Heranzucht  von  Mastgeflügel  auch  auf  sehr  teuerem
Boden  rentabel  gemacht  werden  kann,  wenn  der  moderne  Betrieb
in  Hühnerfarmen  gewählt  wird,  wie  sie  in  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika,  in  England  und  auch  schon  in  dem  industriereichen
Westen  Deutschlands  bestehen.  Unter  dem  Einflüsse  der  Industrialisierung ­
  trennen  sich  auch  die  landwirtschaftlichen  Industrien  von
den  zugehörigen  Zweigen  der  Bodenbebauung,  mit  denen  sie  ursprünglich ­
  enge  verknüpft  waren,  wie  die  Brauerei,  Branntweinbrennerei, ­
  Müllerei,  Zuckerfabrikation  usw.
Bei  steigender  Industrialisierung  kommt  es  aber  weniger  auf
die  natürlichen  Produktionsbedingungen  als  vielmehr  auf  die
kulturellen  Errungenschaften,  weniger  auf  die  natürliche  Ausstattung
des  Landes  als  auf  dessen  Markt  an.  Nicht  das  Vorkommen  des
Rohstoffes  entscheidet  über  die  Lebensfähigkeit  eines  Produktionszweiges, ­
  sondern  die  Absatzgelegenheit.  Je  hochwertiger  aber  die
Produkte,  desto  leichter  können  die  Rohstoffe  auch  aus  den  entferntesten ­
  Gebieten  zugeführt  werden.  Die  Baumwollindustrie,  die
Schafwollindustrie,  die  Juteindustrie  stehen  heute  weit  weg  von  den
Gebieten,  in  denen  diese  Textilfasern  hauptsächlich  gewonnen  werden;
das  Eisenerz  wird  heute  den  wichtigsten  Eisenindustrieländern  zu
einem  immer  beträchtlicheren  Teile  zugeführt,  Italien  und  die
Schweiz  sind  durch  den  Mangel  an  Kohle  und  Eisen  in  ihrer
industriellen  Entwicklung  nicht  behindert  worden.  Überdies  lassen
sich  heute  Pflanzen  und  Tiere  in  einem  früher  ungeahnten  Maße
übertragen  (Verbreitung  der  Zuckerrübe,  Straußenfarmen  in  Europa).
Früher  zwang  auch  die  Verwendung  der  Naturkräfte  zu  einem  be-