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III.  Die  Analyse  des  Tauschwertes.

Außerordentliche  Schwankungen  verzeichnet  dagegen  das  agrarische
Rußland;  der  Notenumlauf  der  russischen  Reichsbank  betrug  im
Jahre  1897  901  Millionen  Rubel,  sank  dann  plötzlich  in  zwei  Jahren
auf  nicht  viel  mehr  als  die  Hälfte  dieser  Summe,  nämlich  auf
491,1  Millionen,  verblieb  dann  einige  Jahre  auf  niedriger  Höhe,
sprang  aber  plötzlich  im  Jahre  1904  auf  853,7  und  im  Jahre  1905
auf  1207,5  Millionen.
Je  mehr  Warenumsätze  stattfinden,  desto  mehr  Tauschakte,
die  deshalb  notwendigen  Zahlungsakte  aber  bleiben  hinter  dieser
Vermehrung  zurück,  ferner  werden  zu  den  Zahlungen  infolge  der
möglichen  Konzentration  der  Bargeldvorräte  und  infolge  der
stärkeren  Einführung  von  geldfparenden  Zahlungsmodalitäten  verhältnismäßig ­
  geringere  Geldmengen  erfordert.  Eine  zuverlässige
Statistik  über  die  Entwicklung  des  Geldumlaufes  in  den  einzelnen
Ländern  läßt  sich  leider  nicht  geben.  Wenn  wir  aber  wieder  die
Banknoten  als  den  am  meisten  elastischen  Teil  des  Geldumlaufes
(gegenüber  dem  Metallgeld  und  dem  Staatspapiergeld)  als  Anhaltspunkt ­
  nehmen,  so  sehen  wir  beispielsweise,  daß  der  Banknotenumlauf ­
  Englands  im  Jahre  1878  mit  40,56  Millionen  Pfund  Sterling
ein  Maximum  erreicht  hat,  hinter  dem  er  seither  trotz  der  ungeheuren ­
  Entwicklung  der  Warenumsätze  zurückgeblieben  ist;  er
inacht  nicht  einmal  ein  Pfund  Sterling  für  den  Kopf  der  Bevölkerung
aus.  In  Deutschland  betrug  der  gesamte  Notenunstaus  der  fünf
deutschen  Notenbanken  im  Durchschnitte  des  Jahres  1910  1751,1  Millionen ­
  Mark;  wenn  wir  nun  noch  die  120  Millionen  Mark  Reichskassenscheine ­
  hinzurechnen,  so  erhalten  wir  einen  Papiergeldumlauf
von  etwa  20  Mark  für  den  Kopf  der  Bevölkerung.  Österreich-Ungarn
verzeichnete  im  Durchschnitt  des  Jahres  1910  einen  Banknotenumlauf ­
  von  2375,9  Millionen  Kronen,  also  von  rund  46  Kronen
für  den  Kopf  der  Bevölkerung.  Italien  hatte  im  Jahre  1911
2193,4  Millionen  Lire  Banknoten  und  485,3  Millionen  Staatsnoten, ­
  im  ganzen  daher  Papiergeld  für  2678,7  Millionen  Lire  im
Umlauf,  was  eine  Kopfquote  von  fast  80  Lire  ergibt.  Wenn  man
nun  auch  selbstverständlich  aus  der  Kopfquote  des  Geldumlaufes
nicht  einen  direkten  Schluß  auf  die  wirtschaftliche  Entwicklung  eines
Landes  ziehen  darf,  so  kann  man  doch  behaupten,  daß  mit  zunehmender ­
  wirtschaftlicher  Entwicklung  diese  Kopfquote  eine  sinkende
Tendenz  zeigt.