9.  Die  Verteilung  der  Verfügbarkeit  an  Geld  auf  die  Einzelwirtschaften.  187

y.  Die  Verteilung  der  Verfügbarkeit  an  Geld  auf  die
Einzelwirtschaften.
Erfahrungssatz:  Die  Verteilung  des  Bedarfes  an
Geld  auf  die  Einzelwirtschaften  macht  sich  insofern
geltend,  als  Geldüberfluß  und  Geldmangel  den  Verkauf ­
  vonWaren  verzögern  und  beschleunigen  können.
Das  Einkommen  der  Einzelwirtschaft  bildet  zunächst  den  Konfumtionsfond
  oder  das  Nutzungsvermögen  und  dient  bei  entsprechender ­
  Höhe  der  Kapitalsbildung,  indem  es  das  Erwerbsvermögen ­
  verinehrt.  Da  es  aber  in  der  Regel  aus  Geld  besteht,
so  muß  es  für  beide  Zwecke  in  Sachen  umgewandelt  werden.  Durch
plötzliche  Veränderungen  im  Einkommen  und  Bedarf  der  Einzelwirtschaft ­
  sowie  in  Angebot  und  Nachfrage  auf  dem  Markte  können
aber  Störungen  in  der  Durchführung  des  ursprünglich  festgesetzten
Planes  eintreten,  so  daß  sich  eine  nachträgliche  Rückverwandlung
der  bereits  erworbenen  Sachen  in  Geld  als  notwendig  herausstellt,
damit  diesem  Geld  eine  andere  Bestimmung  gegeben  werden  kann.
Das  Angebot  von  Waren  kann  auf  diese  Weise  stärker  und  dringlicher ­
  werden,  bei  entgegengesetzter  Entwicklung  freilich  auch  in  das
Gegenteil  verfallen.
Solche  Störungen  kann  der  Konsumtionsfond  erleiden,  wenn
sich  das  Einkommen  durch  das  gänzliche  oder  teilweise  Versagen  der
dauernden  Bezugsquelle  verändert  oder  der  Bedarf  infolge  Krankheit, ­
  Leichtsinn  u.  dergl.  plötzlich  anschwillt.  Da  kann  das  einzelne
Wirtschastssubjekt  gezwungen  sein,  bereits  gekaufte  Geuußgüter  zu
veräußern,  um  andere  dringender  notwendige  dafür  anzuschaffen,
z.  B.  Schmuck  und  Kleidungsstücke  hinzugeben,  um  Lebensmittel  zu
erwerben.  Dabei  kann  auch  auf  die  Kapitalsgüter  übergegriffen
werden,  die  veräußert  werden,  um  dem  unzulänglich  gewordenen
Konsumtionsfond  neue  Geldmittel  zuzuführen,  so  z.  B.  wenn  ein
Handwerker  sein  Werkzeug  oder  eine  Nähterin  ihre  Nähmaschine
verkauft.  Freilich  ist  dieser  Fall  gefährlicher,  weil  damit  gleichzeitig ­
  die  Einkommensquelle  verschüttet  wird.  Umgekehrt  wird  der
etwa  beabsichtigte  Verkauf  solcher  Güter  verzögert,  wenn  sich  das
Einkommen  bessert  oder  der  Bedarf  verringert.
Der  häufigste  Fall  ergibt  sich  aber  durch  die  Umwandlung  von
Sachkapital  in  Geldkapital  und  umgekehrt,  sobald  sich  die  Marktverhältnisse ­
  in  unerwarteter  Weise  ändern.  Alles  Geldkapital  drängt
zur  Umwandlung  in  Sachkapital,  weil  es  nur  auf  diese  Weise  einen