1.  Die  klassische  Theorie  der  internationalen  Werte.

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Die  Kaufleute  des  Gläubigerlandes  werden  es  daher  vorteilhaft
finden,  im  Schuldnerlande  einzukaufen,  zu  importieren,  dadurch
verfällt  aber  das  Gläubigerland  in  die  Rolle  des  Schuldners  und
so  fort,  bis  das  Gleichgewicht  wieder  hergestellt  ist.  In  analoger
Weise  vollzieht  sich  die  Ausgleichung,  wenn  sich  das  Wertverhältnis
zwischen  den  Edelmetallen,  zwischen  Gold  und  Silber,  ändert.
Fontana-Russo  hält  aber  eine  Störung  des  Gleichgewichtes
auch  dann  für  möglich,  wenn  sich  nur  eines  der  beiden  Edelmetalle
zu  den  Waren  verändert,  obgleich  das  Verhältnis  der  Werte  der
beiden  Metalle  zueinander  das  Gleiche  bleibt  (Seite  06  und  67  der
Übersetzung).  Man  greift  sich  an  den  Kopf.  Wenn  Gold  15  mal
so  viel  wert  ist  als  Silber  und  alle  Waren  gegenüber  dem  Gold
z.  B.  um  10  °/o  steigen,  so  müssen  sie  doch  auch  dem  Silber  gegenüber ­
  um  genau  10°/o  steigen,  wenn  nach  wie  vor  Gold  15  mal  so
viel  wert  sein  soll  als  Silber.  Man  lese  und  staune!  „Das  Verhältnis ­
  zwischen  den  Werten  der  beiden  Metalle  bleibe  10  °/o  zugunsten ­
  des  Goldes.  Aus  irgendeinem  Grunde  hebt  sich  in  England
der  Wert  des  Goldes  gegenüber  den  Waren  um  20  °/o.  Wer  in
Indien  mit  110  Einheiten  ein  Stück  Wollentuch  kaufte,  das  in  England ­
  100  Einheiten  kostete,  wird  nun  mit  88  Einheiten  Silber  das
erwerben,  was  in  England  80  kostet.  Das  heißt,  daß,  während  die
Preise  der  in  Gold  gemessenen  englischen  Waren  sich  um  20  °/o  ermäßigen, ­
  die  derselben  Waren,  in  Silber  gemessen,  sich  um  22  °/o
ermäßigen."  Wieso?  Die  20  Einheiten  aus  100—80  sind  20%,
die  22  Einheiten  aus  110—88  aber  doch  auch,  wenn  man  die  Einheiten ­
  nicht  mit  den  Perzenten  verwechselt!  Aber  weitere  Rechenfehler ­
  kommen  ihm  zu  Hilfe.  „Denken  wir  uns  nun  den  Fall,  daß
der  Wert  des  Goldes  gegenüber  den  Waren  um  10  %  falle,  d.  h.
daß  der  Preis  des  Wolltuches  nicht  mehr  100,  sondern  110  sei.
Der  indische  Verbraucher,  der  früher  diese  Ware  mit  110  Einheiten
Silber  einzukaufen  pflegte,  wird  jetzt  121  zahlen  müssen;  d.  h.  daß
die  Vermehrung,  in  Silber  gemessen,  11  %  beträgt.  Das  wird  ein
Hemmnis  für  die  englische  Ausfuhr  nach  Indien,  ein  Hemmnis,  das
die  Wirtschaftsbilauz  zugunsten  Indiens  verschieben  kann  und  damit
in  England  eine  Suche  nach  Silber  hervorruft,  die  dessen  Wert
erhöht  und  eine  dem  vorigen  Falle  ähnliche  Lage  zeitigt,  die  zum
Gleichgewicht  führen  wird."  Die  Vermehrung  von  t00  auf  110
macht  10%  aus,  die  Vermehrung  von  110  auf  121  zwar  11  Einheiten, ­
  aber  auch  nur  10%,  und  nicht,  wie  Fontana-Russo
behauptet,  11  °/o.  Weiter  heißt  es:  „Man  denke  sich,  daß  der  Wert
Gruntzel,  Wert  und  Preis.  13