des  Silbermetalls  gegenüber  den  Waren  um  20  %  steige.  Dann
wird  ein  Doppelzentner  Baumwolle,  der  früher  110  Einheiten
kostete,  nur  noch  88  kosten.  Hält  sich  das  Verhältnis  von  Gold
zu  Silber  unverändert  zu  10  °/o,  so  wird  der  Doppelzentner  Baumwolle, ­
  der  früher  in  England  100  galt,  nunmehr  nur  79,20  gelten.
Es  werden  sich  also  die  Preise  der  indischen  Waren,  in  Silber
gemessen  (110  —  88  =  22),  empfindlicher  ermäßigen  als  sie  ermäßigt ­
  werden,  wenn  man  sie  in  Gold  mißt  (100  —  79,20  —  20,8)."
Hier  kompliziert  sich  der  Rechenfehler  in  beängstigender  Weise.
110  Einheiten  weniger  20  °/o  geben  88  Einheiten.  Nun  darf  man
aber  die  Wertdifferenz  zwischen  den  beiden  Edelmetallen  nicht  plötzlich ­
  mit  10  °/o  vom  Silber  statt  wie  früher  mit  10  %  vom  Golde
berechnen;  die  88  Silbereinheiten  geben  weniger  10  %  allerdings
79,20,  wenn  man  aber  die  Goldeinheiten  als  Basis  nimmt,  so  muß
man  80  Goldeinheiten  rechnen,  um  durch  Zuschlag  von  10  °/o  auf
88  Silbereinheiten  zu  kommen.  110—88  und  100—80  ergeben
aber  denselben  Perzentsatz  von  20  °/o.  „Es  falle  hingegen,"  so
heißt  es  schließlich,  „der  Wert  des  Silbers  gegenüber  den  indischen
Waren  um  20°/o.  Die  Baumwolle,  die  früher  110  Einheiten  kostete,
gilt  jetzt  132;  es  ist  also  der  Unterschied  zwischen  dem  alten  und
dem  neuen  Preis  22.  Minder  empfindlich  wird  die  Steigerung  des
Preises  in  Gold  sein  (118,8  —  100  =  18,8),  und  das  empfiehlt  es
den  indischen  Kaufleuten,  die  englischen  Waren  zu  erwerben,  bis
sich  Indien  unter  diesem  Anreiz  gezwungen  sieht,  mit  seinem  Silber
Gold  zu  kaufen  und  so  den  Wert  des  Goldes  zu  erhöhen  und  mithin ­
  zu  einer  Wandlung  im  Werte  der  beiden  Metalle  zu  gelangen,
durch  welche  das  Gleichgewicht  sich  endlich  wiederherstellt."
110  +  20  °/o  —  132,  100  +  20  °/o  =  120,  die  Differenz  von
132  und  120  beträgt  ebenso  10  °/o  wie  die  von  110  und  100;  zu
einer  Erhöhung  der  Differenz  kommt  Fontana-Ruf  so  nur  durch
den  Fehler,  daß  er  die  Differenz  der  Edelmetalle  bei  den  niederen
Preisen  durch  Zuschlag  zu  den  Goldeinheiten  (110  -tz  10  %  —  110),
bei  den  höheren  Preisen  dagegen  durch  Abschlag  von  den  Silbereinheiten ­
  (132  —  10  °/o  =  118,8)  findet.  Eine  solche  „mathematische
Methode"  richtet  sich  selbst.
Auch  ohne  diese  Entgleisung  ist  die  Theorie  der  internationalen
Werte  unhaltbar,  ja  sie  stellt  geradezu  die  Quintessenz  aller  Irrungen
der  sogenannten  klassischen  Richtung  der  Nationalökonomie  dar.
Sie  geht  von  der  Voraussetzung  aus,  daß  die  Produktionsfaktoren
Arbeit  und  Kapital  immer  den  Ort  mit  den  günstigsten  natürlichen