1.  Die  klassische  Theorie  der  internationalen  Werte.

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Produktionsbedingungen  suchen,  daß  aber  ihre  Übertragung  nur
innerhalb  eines  Wirtschaftsgebietes  leicht  ist,  von  Land  zu  Land  dagegen ­
  unmöglich  gemacht  oder  doch  erschwert  wird,  so  daß  unter
den  verschiedenen  Ländern  für  dieselbe  Ware  dauernde  Differenzen
in  den  Produktionskosten  vorkommen.  Dieser  Meinung  muß  zunächst ­
  entgegengehalten  werdeti,  daß  die  natürlichen  Produktionsbedingungen ­
  nur  der  Ausgangspunkt,  aber  nicht  die  Grenzen  der
Produktion  sind,  die  sich  sogar  um  so  reicher  entfaltet,  je  rascher
sie  die  Fesseln  der  Natur  sprengt.  Es  vollzieht  sich  eine  steigende
Bodenemanzipation  bezüglich  der  Roh-  und  Hilssstoffe,  die  immer
leichter  übertragbar  werden  lurd  auch  aus  großen  Entfernungen
einer  Industrie  zugeführt  werden  können;  die  Abhängigkeit  von  den
Naturkräften  ist  ebenfalls  stark  gelockert  worden.  Immer  mehr
entscheidet  über  die  Möglichkeit  eines  Produktionszweiges  die
Leichtigkeit  und  Größe  des  Absatzes,  der  Markt,  nicht  aber  das
natürliche  Vorkommen  von  Stoffen  und  Kräften.  Dann  aber  liegt
in  der  Theorie  ein  Irrtum  über  die  Übertragbarkeit  der  Produktionsfaktoren. ­
  Die  angeführten  Hindernisse,  wie  geographische  Entfernungen, ­
  Staatseinrichtungen,  Sprachverschiedenheiten  usw.,  bestehen ­
  fast  nur  für  die  Arbeitskräfte,  nicht  aber  für  das  Kapital,
das  unaufhaltsam  dem  Orte  des  höheren  Ertrages  zuströmt.  Die
Einrichtung  eines  Produktionszweiges  ist  aber  in  der  modernen
Kulturentwicklung  fast  ausschließlich  Sache  des  Kapitals  geworden.
Wo  dieses  vorhanden  ist,  wird  die  Beschaffung  von  Arbeitskräften
immer  seltener  auf  Schwierigkeiten  stoßen,  und  wenn  dies  der  Fall
ist,  wie  z.  B.  im  südafrikanischen  Bergbau,  so  wird  durch  Einführung
nnd  nötigenfalls  durch  Erfindung  neuer  Maschinen  die  Menschenarbeit ­
  in  noch  stärkerem  Maße  auf  Maschiuenarbeit  abgewälzt.
Differenzen  in  den  Produktionskosten  sind  zwar  vorhanden,  aber
nicht  bloß  unter  den  verschiedenen  Ländern,  sondern  auch  unter  den
verschiedenen  Unternehmungen  eines  Landes.  Wenn  sie  sich  bei
einem  internationalen  Vergleiche  trotzdem  höher  stellen,  so  liegt  die
Ursache  weniger  in  den  natürlichen  Verhältnissen  als  in  den  menschlichen ­
  Einrichtungen  (Verschiedenheiten  in  der  Größe  und  Kaufkraft
der  Bevölkerung,  in  der  Wirtschaftspolitik,  in  derSteuerbelastung  usw.),
trifft  also  die  gesamte  Produktion  und  läßt  daher  nicht  einen  besonderen ­
  Zweig  derselben  als  dauernd  begünstigt  für  den  Wettbewerb
auf  dem  Weltmarkt  erscheinen.
Ein  weiterer  Fehler  der  Betrachtung  ist  der,  daß  der  Vorteil
eines  Landes  ausschließlich  auf  der  Seite  des  Konsums  gesucht  wird.