1.  Die  klassische  Theorie  der  internationalen  Werte.

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Industrialisierung  eine  Steigerung  der  Produktivkräfte  bedeutet,
aber  wegen  der  größeren  Schwierigkeiten  des  Anfangs  immer  mit
relativ  hohen  Produktionskosten  einfetzt  und  erst  bei  längerem  Bestände ­
  und  zunehmendem  Umfange  verbilligende  Vorteile  aller  Art
findet.  Wenn  das  Land  A  mit  derselben  Produktivkraft  10  und
das  Land  11  12  Meterzentner  Eisen  Herstellen  kann,  so  braucht  A
doch  nicht  zu  verzichten,  weil  es  nicht  ausgeschlossen  ist,  daß  es  bei
Beherrschung  des  ganzen  Jnlandsmarktes  und  eventueller  Zunahme
des  Exports  die  Produktion  auf  13  Meterzentner  erhöhen  kann,
während  das  Land  8,  das  den  Sättigungspunkt  früher  erreicht
hat,  bei  12  Meterzentner  bleibt.  Da  hätte  das  Land  A  auf  eine
Industrie  verzichtet,  die  später  die  Grundlage  seines  Wirtschaftslebens ­
  werden  kann.  Wenn  es  auf  die  natürlichen  Vorteile  ankäme, ­
  hätten  alle  Länder  das  Eisen  in  England  kaufen  müssen,  wo
Eisen  und  Kohle  beisammen  vorkommen,  in  Wirklichkeit  haben  aber
die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und  Deutschland  den  Vorrang ­
  in  der  Eisenproduktion  der  Welt  gewonnen,  obwohl  sie  über
diese  natürlichen  Vorteile  nicht  verfügen.  Nur  privatwirtschaftlich
ist  der  Grundsatz  richtig,  auf  dem  billigsten  Markte  einzukaufen  und
auf  dem  teuersten  Markte  zu  verkaufen.  Volkswirtschaftlich  dagegen ­
  darf  man  nicht  die'Preise  der  Ware,  sondern  muß  man  ihre
Produktions-  und  Konsumverhältnisse  vergleichen.  Auch  eine  Verteuerung ­
  des  Konsums  ist  gerechtfertigt,  wenn  dadurch  eine  stärkere
und  vielseitigere  Entwicklung  der  Produktion  herbeigeführt  wird,
denn  ein  Volk  wird  nicht  bereichert  durch  einen  möglichst  billigen
Konsuln,  sondern  durch  einen  möglichst  großen  Überschuß  der  Produktion ­
  über  den  Konsum.
Unzutreffend  ist  ferner  die  Vorstellung  von  der  quantitativen
Gleichung  zwischen  Import  und  Export.  Während  die  Merkantilisten
einen  Überschuß  des  Exports  für  möglich  hielten  und  in  der
günstigen  Handelsbilanz  anstrebten,  stehen  die  Vertreter  der  besprochenen ­
  Theorie  aus  dem  Standpunkt,  daß  sich  der  internationale
Verkehr  in  den  Formen  eines  direkten  Tausches  abspielt,  die  Einfuhr ­
  also  genau  gedeckt  werden  muß  durch  die  Ausfuhr.  Dabei  ist
vor  allem  nicht  Rücksicht  genommen  auf  die  Kapitalsübertragungen
und  sonstigen  Zahlungsakte,  denen  überhaupt  oder  wenigstens  in
derselben  Bilanzperiode  keine  Gegenleistung  gegenübersteht.  Nun
gibt  es  im  internationalen  Verkehr  kein  Geld,  und  Zahlungen  werden
hauptsächlich  mit  War  eil  geleistet;  Goldmünzen  werden  als  Gold
und  nicht  als  Geld,  Banknoten  nur  als  Anweisungen  auf  Gold,