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IV.  Der  internationale  Tauschwert.

Einheimischen  herabsetzen.  Sie  vermindert  aber  auch  den  Wert  des
inländischen  Geldes  gegenüber  dem  ausländischen  und  verändert
dadurch  die  Grundlage  des  Warenhandels  mit  dem  Auslande.  Mit
Rücksicht  aus  diese  beiden  Wirkungen  spricht  man  in  der  Literatur
von  einem  Binnenwert  und  einem  Außenwert.  Adolf  Wagner
unterscheidet  zwischen  der  Entwertung  des  Papiergeldes,  unter  derer ­
  nur  die  im  Agio  zum  Ausdruck  kominende  Wertdifferenz  zwischen
dem  entwerteten  Papiergeld  und  dein  ausländischen  Metallgeld  versteht, ­
  und  der  Wertverminderung  des  Papiergeldes,  die  sich  in
seiner  geringeren  Kaufkraft  für  inländische  Waren  und  Arbeitsdienste
äußert  *).
Für  den  internationalen  Tauschwert  kommt  zunächst  nur  der
Außenwert,  nämlich  die  Wertdifferenz  gegenüber  dem  Auslandsgeld
in  Betracht.  Er  trägt  aber,  wie  erwähnt,  zur  Veränderung  des
Binnenwertes  bei,  nämlich  der  Kaufkraft  im  Jnlande,  und  wird
seinerseits  wieder  durch  diese  Veränderung  des  Binnenwertes  beeinflußt.
  Mit  dem  Geldwerte  ändert  sich  auch  die  Stellung  des
gesamten  in  einer  Volkswirffchaft  zusammengefaßten  Marktkomplexes
im  internationalen  Verkehr.  Dabei  lassen  sich  trennen  die  Wirkungen
auf  die  Ausfuhr  und  die  Einfuhr  von  Waren.
Die  Wirkungen  auf  die  Ausfuhr  von  Waren  im  Entwertungslande ­
  sind  in  der  Praxis  oft  genug  beobachtet  worden.  Die  Warenausfuhr ­
  erhält  eine  Exportprämie,  weil  auf  den  fremden  Märkten
in  vollwertigem  Gelde  (Gold)  gezahlt  wird,  das  aber  nunmehr
einen  größeren  Betrag  in  entwertetem  Jnlandsgeld  darstellt,  in
welchem  nach  wie  vor  die  Arbeitslöhne  und  sonstigen  Betriebskosten
gezahlt  werden.  Freilich  entsteht  gleichzeitig  eine  Tendenz  zur  Ausgleichung ­
  dieser  Exportprämie,  weil  durch  die  Belebung  des  Ausfuhrgeschäftes ­
  eine  gesteigerte  Nachfrage  nach  Produktionsmitteln  und
Arbeitskräften  hervorgerufen  wird,  die  sich  wieder  in  einer  Verteuerung ­
  der  Produktionskosten  äußern  muß.  Diese  Ausgleichung
wird  sich  aber  meistens  nur  langsam  durchsetzen,  besonders  wenn
das  Entwertungsland  mit  den  Erzeugnissen  der  Landwirtschaft  oder
der  Hausindustrie  konkurriert,  wo  der  Mangel  an  Geschäftskenntnis
die  rasche  Ausnützung  von  Vorteilen  hindert,  und  niemals  vollständig, ­
  weil  bei  den  unaufhörlichen  Schwankungen  der  Geldwertdifferenz ­
  gegenüber  dem  Auslande  bei  jeder  kaufmännischen  Kalkulation
den  Warenpreisen  eine  Art  Versicherungsprämie  zugeschlagen  werden
0  Adolf  Wagner,  Sozialökonomische  Theorie  des  Geldes  und  Geldwesens.
Leipzig  1909.  S.  695.