4.  Die  internationalen  Wertübertragungen.

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Übertragungen,  die  allerdings  die  Zahlungsbilanz  nur  dann  beeinflussen ­
  können,  wenn  sie  nicht  durch  eine  entgegengesetzte  Übertragung ­
  von  Forderungsrechten  kompensiert  werden.  Wenn  ein
Land  an  ein  anderes  Staatsrenten  veräußert  und  als  Zahlung
Devisen  erhält,  so  hat  eine  wirkliche  Bezahlung  nur  rat  privatwirtschaftlichen ­
  Sinne  stattgefunden,  denn  volkswirtschaftlich  sind
sich  beide  Länder  in  gleicher  Höhe  schuldig.  Nur  der  Überschuß
der  gegenseitigen  Guthaben  und  Forderungen  ist  maßgebend  für  das
Maß  der  Verschuldung  und  die  daraus  hervorgehenden  Zahlungsverpflichtungen. ­
  Die  durch  die  Effekten  beurkundeten  Forderungen
werden  auch  nicht  immer  durch  die  Übertragung  von  wirtschaftlichen
Werten  begründet  oder  erfüllt,  da  auch  einseitige  Übertragungen
vorkommen  durch  Schenkungen,  Erbschaften  usw.  Andererseits
werden  auch  nicht  alle  Forderungen  eines  Landes  gegen  ein  anderes
durch  Effekten  repräsentiert,  da  aus  den  Kaufverträgen  und  sonstigen
Rechtsgeschäften  eine  Menge  von  nicht  verbrieften  Forderungen  entsteht. ­
  Schließlich  können  sich  die  Forderungen  an  das  Ausland
ohne  neue  Kapitalsübertragungen  dadurch  vermehren,  daß  die  Erträgnisse ­
  des  im  Ausland  angelegten  Kapitals,  Zinsen  und  Dividenden,
vom  Gläubigerland  nicht  bezogen,  sondern  im  Schuldnerlande  oder
in  einem  anderen  fremden  Lande  als  neues  Kapital  angelegt  werden.
Außer  solchen  Forderungen  erscheinen  als  internationale  Wertübertragungen ­
  noch  andere  immaterielle  Güter,  wie  Patente,  Lizenzen,
Urheberrechte  u.  dergl.
Unter  den  sichtbaren  internationalen  Wertübertragungen  haben
wir  also  drei  Gruppen,  den  internationalen  Warentausch,  die  internationalen ­
  Kapitalsübertragungen,  die  aber  auch  in  derselben  äußeren
Forin,  nämlich  als  Ware  erscheinen  können,  und  die  internationalen
Wanderungen.
Die  Ursache  der  internationalen  Wertübertragungen  liegt  in
der  Verschiedenheit  des  Wertes  in  den  einzelnen  Wirtschaftsgebieten,
die  Wertverschiedenheit  aber  erklärt  sich  wieder  daraus,  daß  der
Wert  einem  Sachgute  oder  einer  Arbeitskraft  nicht  von  Natur  aus
gegeben,  sondern  nur  von  den  Menschen  beigelegt  wird.  Jedes
Wirtschaftsgebiet  hat  sein  eigenes  Spiel  von  Angebot  und  Nachfrage, ­
  und  deshalb  auch  feine  eigene  Wertbildung.  Die  Wertdifferenz ­
  zwischen  zwei  Wirtschaftsgebieten  wird  allerdings  vermindert ­
  oder  sogar  aufgehoben  durch  die  mit  der  Übertragung
verbundenen  Kosten  der  Vermittlung  und  Versendung,  jedoch  verringern ­
  sich  diese  Kosten  mit  der  Entfaltung  des  Verkehrs  und  der
Gruntzel,  Wert  und  Preis.  14