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IV.  Der  internationale  Tauschwert.

Vereinfachung  des  Zwischenhandels,  so  daß  immer  wieder  latente
Wertdifferenzen  zum  Vorschein  kommen.
Der  internationale  Warentausch  entsteht  auf  natürlichste  Weise
dadurch,  daß  sich  der  im  Weltmarktpreis  zum  Ausdruck  kommende
internationale  Tauschwert  höher  stellt  als  der  im  Inlandspreis
erscheinende  nationale  Tauschwert.  Es  kann  sein,  daß  in  einen:
Wirtschaftsgebiet  zwar  kaufkräftige  Nachfrage  vorhanden  ist,  eine
inländische  Produktion  aber  nicht  besteht  oder  nicht  genügt  und
nicht  so  erweitert  werden  kann  wie  in  einem  anderen.  Immer
häufiger  drängen  aber  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  des  Exportstaates ­
  selbst  dazu,  dann  nämlich,  wenn  durch  natürliche  Verhältnisse
eine  Überproduktion  gegeben  ist  oder  durch  die  Erweiterung  der
Produktion  eine  Senkung  der  Produktionskosten  herbeigeführt  werden
kann.  In  solchen  Fällen  braucht  sich  der  internationale  Tauschwert
nicht  höher  zu  stellen  als  der  nationale,  kann  sogar  niedriger  sein,
wenn  durch  geeignete  Schutzinaßnahmen  ein  Rückströmen  der  Ware
verhindert  wird.  Die  europäischen  Industrien  für  Massenartikel
pflegen  gerade  in  schlechten  Geschäftszeiten  ihren  Export  zu  steigern,
indem  sie  durch  kartellartige  Organisationen  ihre  Überproduktion
selbst  zu  Verlustpreisen  ins  Ausland  abstoßen,  um  den  'Jnlandsmarkt
  zu  entlasten  und  den  dort  vorhandenen  Preisdruck  zu  beseitigen. ­
  Das  ist  das  aus  der  Literatur  über  Kartelle  genügend
bekannte  Dumpingsystem,  das  auch  den  niedrigeren  Auslandspreis
als  ein  Mittel  zur  Erzielung  eines  größeren  Gesamtgewinnes  benutzt. ­
  Seltener  wird  der  gegenteilige  Fall  eintreten,  daß  durch
künstliche  Maßnahmen  der  internationale  Tauschwert  höher  gestellt
wird  als  der  nationale.  Er  wird  im  allgemeinen  nur  dann  nröglich
sein,  wenn  das  Land  in  der  betreffenden  Ware  eine  natürliche
Monopolstellung  behauptet.  Beispiele  für  derartige  Versuche
bilden  die  brasilianische  Kaffeevalorisation,  die  griechische  Korinthenretention ­
  u.  dergl.
Für  die  Übertragung  der  Kapitalien  entscheidet  die  Differenz
im  Kapitalsertrag,  die  aber  mindestens  so  groß  sein  muß,  daß  sie
ein  Entgelt  bildet  für  die  Schwierigkeiten  und  Fährlichkeiten,  die
sich  aus  der  schwierigeren  Kontrolle  der  wirtschaftlichen  und  politischen ­
  Entwicklung  des  Auslandes,  aus  der  Verschiedenheit  der
Währungsverhältniffe,  aus  der  geringeren  Verkäuflichkeit  fremder
Wertpapiere  usw.  ergeben.  Ferner  ist  zu  berücksichtigen,  daß  der
Kapitalsmarkt  überhaupt  nicht  einheitlich  ist,  sondern  aus  zwei  verschiedenen, ­
  jedoch  untereinander  konkurrierenden  Gruppen  von  Käufern