4.  Die  internationalen  Wertübertragungen.

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und  Verkäufern  besteht.  In  der  einen  handelt  es  sich  um  Leihkapitalien,
bei  deren  Hingabe  nur  ein  im  Zins  vergütetes  Darlehnsrisiko  übernommen ­
  wird,  in  der  anderen  um  Uilternehmerkapitalien,  denen  die
Übernahme  des  anders  gearteten  und  in  der  Dividende  erscheinenden
Unternehmerrisikos  wesentlich  ist.  In  den  Zeiten  einer  aufsteigenden
Geschäftskonjnnktur  fließt  das  Angebot  stärker  der  zweiten  Gruppe
zu,  in  den  Zeiten  einer  geschäftlichen  Depression  dagegen  der  ersten.
Fremde  Leihkapitalien  werden  einem  Lande  nur  dann  und
solange  zuströmen,  als  der  Zinsfuß  dort  höher  ist  als  im  Ursprungslands ­
  dieser  Kapitalien.  Für  die  Nachfrage  ist  in  erster  Linie  das
Anleihebedürfnis  des  Staates  und  der  sonstigen  öffentlichrechtlichen
Korporationen  maßgebend,  das  sich  infolge  der  Zunahme  öffentlicher
Investitionen,  militärischer  Rüstungen,  kommunaler  Unternehmungen
gesteigert  hat.  Auch  die  privaten  Unternehmungen  erhalten  mit
zunehmender  Größe  leichter  Gelegenheit,  statt  neuer  Aktien  Obligationen ­
  zu  emittieren,  mit  denen  sich  das  Erträgnis  des  alten
Aktienkapitals  mehr  verbessern  läßt,  weil  mit  dem  Leihkapital  mehr
verdient  wird  als  der  zur  Verzinsung  notwendige  Betrag.  Das
Angebot  hängt  wesentlich  von  den  persönlichen  Anschauungen  und
Lebensverhältniffen  der  Kapitalsbesitzer  ab.  In  Frankreich,  dem
typischen  Lande  der  kleinen  Rentner,  die  ein  kleines,  aber  sicheres  Einkommen ­
  einem  größeren,  aber  schwankenden  Gewinn  vorziehen,  ist  es
so  groß,  daß  es  unaufhaltsam  fremde  Märkte  sucht.  Die  Nachfrage
nach  Unternehmerkapitalien  hängt  von  dem  Unternehmungsgeist
der  Bevölkerung  ab,  in  hohem  Grade  aber  auch  von  den  allgemeinen
Voraussetzungen  seiner  Betätigung,  wie  von  der  allgemeinen  Rechtssicherheit, ­
  dem  Zollschutz,  den  Verkehrsmitteln,  der  Besteuerung  usw.
Das  Angebot  ergibt  sich  aus  jenem  Teil  der  eigenen  und  fremden
Kapitalien,  welcher  nicht  eine  feste  Verzinsung,  sondern  einen  möglichst ­
  hohen  Gewinn  sucht.  Er  ist  sehr  elastisch,  weil  er  sich  durch
Heranziehung  des  für  Leihkapitalien  bestimmten  Teiles  je  nach  der
Konjunktur  vergrößern  und  vermindern  kann.  Manchmal  müssen
Kapitalien  exportiert  werden,  weil  man  aus  irgend  einem  Grunde
Waren  für  den  letzten  Verbraucher  nicht  mehr  exportieren  kann.
So  hat  die  Einführung  eines  neuen  Zolltarifs  ausländische  Fabriken
oft  zu  Filialgründungen  veranlaßt,  wie  sich  dies  nach  der  Einführung ­
  der  Mac  Kinley-Bill  von  1890  und  der  Dingley-Bill  von
1897  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  der  russischen  Zolltarife ­
  von  1891  und  1903,  des  französischen  Zolltarifs  von  1892
und  des  österreichisch-ungarischen  Zolltarifs  von  1900  gezeigt  hat.
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