5.  Die  wirtschaftliche  Schutzpolitik.

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wichtige  Saisonwanderung  aus  den  polnischen  Gebieten  Rußlands
und  Österreichs  nsw.  Die  tiefere  Ursache  derartiger  Massenbewegungen ­
  ist  nur  noch  selten  außerwirtschaftlicher  Natur;  Beispiele
hierfür  sind  aus  letzter  Zeit  die  deutschen  und  jüdischen  Ackerbaukolonien ­
  in  Palästina  und  die  kleinasiatischen  Ansiedelungen  der
Muhadschirs,  die  aus  den  unter  fremde  Verwaltung  gelangten
türkischen  Gebieten  geflüchtet  sind.  Die  Werbetätigkeit  der  Schifffahrtsgesellschaften ­
  und  ihrer  Organe  ist  auch  heute  noch  von  großem
Einfluß.  Entscheidend  ist  aber  doch  die  Differenz  zwischen  Einkommen
  und  Lebenshaltung  in  den  einzelnen  Ländern.  Rentner,
Vergnügungsreisende  und  Touristen  werden  unter  sonst  gleichen
Bedingungen  Länder  mit  niedrigerer  Lebenshaltung  suchen;  das
Zuströmen  der  Engländer  nach  dem  südlichen  Italien  beispielsweise
hat  darin  seine  Ursache.  Bei  der  Auswanderung  dagegen  ergibt
sich  die  Anziehungskraft  aus  der  Differenz  zwischen  dem  im  fremden
Lande  bestehenden  höheren  Einkommensniveau  und  der  im  Heimatlande ­
  gewohnten  niedrigeren  Lebenshaltung.  Eine  Anpassung  an
die  höhere  Lebenshaltung  des  fremden  Landes  erfolgt  zwar  auch,
aber  erst  allmählich  und  vollständig  wohl  nur  in  den  späteren
Generationen.

5.  Die  wirtschaftliche  Schutzpolitik.
Im  internationalen  Verkehr  sind  also  nicht  bloß  die  Produkte,
sondern  auch  die  Produktionsfaktoren  Kapital  und  Arbeit  übertragbar. ­
  Alle  drei  Gruppen  von  wirtschaftlichen  Werten  erfahren
aber  durch  die  internationale  Übertragung  eine  Veränderung,  denn
damit  verschieben  sich  die  allgemeinen  Voraussetzungen  der  wirtschaftlichen ­
  Tätigkeit,  nämlich  äußere  Natur,  Bevölkerung  und  Gesellschaftsordnung, ­
  die  sich  innerhalb  eines  Landes  auszugleichen  pflegen,
während  sie  unter  verschiedenen  Ländern  zu  großen  Abweichungen
führen  können  hinsichtlich  der  Beschaffenheit  des  Bodens  und  Klimas,
der  geographischen  Lage,  der  Dichtigkeit  und  Arbeitsgeschicklichkeit
der  Bevölkerung,  der  Transportverhältnisse,  der  Steuerbelastung  usw.
Aus  derartigen  Verschiebungen  tonnen  aber  Vorteile  und  Nachteile
entstehen.
Die  Wirkung  des  Warentausches  hängt  von  den  Produktionsverhältnissen ­
  des  Landes  und  der  Art  der  getauschten  Waren  ab.
Die  Einfuhr  von  Waren  des  letzten  Verbrauches,  die  im  Inlands
überhaupt  nicht  produziert  werden,  wie  z.  B.  von  Kolonialwaren