5.  Die  wirtschaftliche  Schutzpolitik.

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infolge  einer  größeren  Zunahme  der  Einfuhr,  selbst  bei  gleicher  oder
gesteigerter  Ausfuhr,  wachsen  kann.  So  z.  B.  waren  in  den
Jahren  1884  bis  1890  die  ausländischen  Kapitalsinvestitionen  außerordentlich ­
  groß,  so  groß  wie  niemals  vorher  und  nachher,  die  Ausfuhr ­
  sank'aber  von  242  Mill.  F  im  Jahre  1882  auf  213  Mill.
im  Jahre  1886,  um  erst  in  den  Jahren  1889  bis  1891  vorübergehend ­
  die  frühere  Höhe  zu  überschreiten.  Ganz  ähnlich  entwickelte
sich  die  Einfuhr.  Durch  die  englische  Handelsstatistik  läßt  sich  nichts
anderes  nachweisen  als  die  Aufeinanderfolge  der  geschäftlichen
Konjunkturen,  die  auch  in  der  Handelsstatistik  anderer  Länder
deutliche  Spuren  hinterläßt.
Was  nun  die  internationalen  Wanderungen  betrifft,  so  bedeutet
die  Auswanderung  von  Rentnern  und  Vergnügungsreisenden  für
das  abgebende  Land  einen  Verlust  und  für  das  empfangende  einen
Gewinn,  weil  letzteres  seine  Konsumkraft  zum  Nutzen  der  dort  schon
vorhandenen  Produktion  vermehrt.  Ein  kleiner  Vorteil  kann  für  das
abgebende  Land  insofern  erwachsen,  als  die  Personen,  die  im  Ausland ­
  Heilung  oder  Erholung  suchen,  eine  Kräftigung  ihrer  Arbeitskraft
und  eine  Bereicherung  ihres  Jdeenkreises  erlangen.  Die  in  neuester
Zeit  mit  Vorliebe  ziffernmäßig  berechneten  Einnahmen  der  Länder
mit  großem  Fremdenverkehr  haben  übrigens  auch  ihre  Schattenseite.
Die  Fremden  verteuern  die  Lebenshaltung  und  erhöhen  dadurch  die
Produktionskosten  des  betreffenden  Produktionsgebietes.  In  kulturell
niedrig  stehenden  Ländern  können  sie  sogar  demoralisierend  wirken,
weil  es,  wie  z.  B.  in  Süditalten  und  Egypten,  die  Bevölkerung
vorzieht,  durch  gelegentliche  und  daher  höher  bezahlte  Dienstleistungen
oder  gar  durch  Bettelei  den  Lebensunterhalt  zu  verdienen.
Bei  der  Auswanderung  zu  Erwerbszwecken  erleidet  das  Auswanderungsland ­
  jedenfalls  einen  Verlust  dadurch,  daß  es  Menschen
im  arbeitskräftigsten  Alter  verliert,  für  deren  Erziehung  und  Ausbildung ­
  Staat,  Gemeinde  und  Familie  Aufwendungen  gemacht
haben.  Eine  Berechnung  dieser  Aufwendungen,  die  oft  versucht
wurde,  ergibt  aber  nur  den  Kostenwert,  nicht  den  wirtschaftlichen
Wert  des  Auswanderers,  der  eben  im  Einwanderungsland  höher
ist  als  im  Auswanderungslande,  weil  es  bessere  Verdienstmöglichkeiten ­
  bietet.  Die  Quelle  der  Auswanderung  wird,  wie  sich  in
Deutschland  gezeigt  hat,  automatisch  verstopft,  sobald  es  der
heimischen  Wirtschaftspolitik  gelingt,  durch  eine  allgemeine  Hebung
der  Produktivität  den  wirtschaftlichen  Wert  der  Arbeitskraft  so  zu
vergrößern,  daß  das  Ausland  seine  Anziehungskraft  verliert.  Es