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IV.  Der  internationale  Tauschwert.

bedeutet  nur  eine  Minderung  des  Verlustes  für  das  abgebende
Land,  wenn  die  Auswanderer  von  ihrem  Verdienste  Ersparnisse  in
die  Heimat  zurücksenden,  so  groß  auch  diese  Beträge  absolut  genommen ­
  sein  mögen.  Eine  günstige  Wirkung  macht  sich  unter
Umständen  ans  den  Warenexport  bemerkbar,  weil  die  Auswanderer,
besonders,  wenn  sie  sich  in  größeren  Gruppen  ansiedeln,  ihre  Gewohnheiten ­
  beibehalten  und  heimatliche  Waren  bevorzugen;  die
Steigerung  des  italienischen  Exports  nach  Südamerika  ist  teilweise
daraus  zurückzuführen.  Auch  der  geistige  Gewinn  ist  nicht  zu  unterschätzen, ­
  den  die  Rückwanderer  mitnehmen,  weil  sie  im  Anslande
ihre  Bildung  erhöht  und  ihre  Tatkraft  gesteigert  haben.  Für  das
Einwanderungsland  ist  der  fremde  Arbeiter  aber  nur  solange  ein
Gewinn,  als  Mangel  an  Arbeitskräften  herrscht.  Er  kann  dagegen
schaden,  wenn  inländische  Arbeiter  vorhanden  sind,  die  sich  auf
Grund  ihrer  höheren  Löhne  auch  eine  bessere  Lebenshaltung  eingerichtet ­
  haben,  die  also  das  verdiente  Geld  im  Lande  wieder  ausgeben, ­
  während  es  die  fremden  Arbeiter  teilweise  hinaustragen.
In  jedem  Wirtschaftsgebiete  entsteht  allmählich  ein  gewisses  Gleichgewicht ­
  zwischen  Arbeitslohn,  Arbeitsleistung  und  Lebenshaltung,
das  durch  Einwanderer  mit  niedrigerer  Lebenshaltung  empfindlich
gestört  wird,  weil  die  Anpassung  an  das  bestehende  Verhältnis  nur
in  langsamem  Übergange,  bei  großen  Unterschieden  in  Nationalität
und  Rasse  aber  überhaupt  nicht  erfolgt.
Die  wirtschaftliche  Schntzpolitik  trachtet  nun  die  der  Volkswirtschaft ­
  aus  der  Berührung  mit  der  Weltwirtschaft  drohenden
Nachteile  abzuwehren  und  die  ihr  daraus  erreichbaren  Vorteile  zu
steigern.  Dem  ersteren  Zwecke  dienen  die  negativen  Maßnahmen
wie  Einfuhrzölle,  veterinärpolizeiliche  Absperrungen,  erschwerende
Formalitäten  u.  dergl.,  dem  letzteren  Zwecke  dagegen  die  positiven
Maßnahmen,  wie  Ausfuhrprämien,  Schiffahrtsprämien,  Einwanderungsbegünstigungen ­
  usw.  Beide  können  sich  sowohl  auf  das
Resultat  der  Produktion,  nämlich  die  Ware,  als  auch  auf  die  beiden
Produktionsfaktoren  Arbeit  und  Kapital  beziehen,  fo  daß  wir  folgende
Übersicht  st  erhalten:

ff  Eine  ausführliche  Darlegung  dieser  Maßnahmen  findet  sich  in  einer  von
der  Carnegie-Stiftung  in  Washington  beim  Verfasser  bestellten  Arbeit  über  „Die
ökonomische  Schutzpolitik",  die  im  Juli  1913  abgeliefert,  aber  bisher  noch  nicht
in  den  Druck  gelegt  wurde.