Einleitung. VI! der Nachricht, so daß der angestellte Telegraphist bei seinem Ein tritt bereits alles getan fand. Dieser Erfolg lenkte die Aufmerk samkeit auf den Jungen; kurz darauf erhielt er eine Stelle als Telegraphist mit 1200 M. Jahreseinkommen. Er war erst sechzehn Jahre alt. Da sein Vater eben gestorben, und so der junge Andrew die Seinigen zu ernähren hatte, kam seine Beförderung gerade zur rechten Zeit. Daneben fand sich sehr bald ein Extradollar (4 M.), den die Pittsburger Blätter ihm wöchent lich' für Ablassung und Übertragung der einlaufenden Depeschen anboten. Diese 4 Sh. behielt er für sich; es war sein erstes Spargeld. Seine Stellung als Telegraphist brachte den jungen Mann ganz natürlicherweise mit vielerlei Leuten in Verkehr. Unter an derem zog Andrew schnell die Aufmerksamkeit eines Herrn Scott auf sich, der zur Zeit Direktor der Pennsylvanien-Eisenbahn in Pittsburg war. Scott bot Jung-Carnegie eine Telegraphistenstelle im Dienste seiner Gesellschaft mit einem Mehrgehalt von 40 M. monatlich an. Andrew schlug ein und gewann in kurzer Zeit Ver trauen und Freundschaft seines Chefs. Eines Tages teilte ihm Scott im Vertrauen mit, daß ein sehr gutes Geschäft durch Ankauf von 500 Dollars (2000 M.) Aktien der „Adam Expreß-Gesellschaft“ zu machen sei. Die Aktien hatten einen Wert von je 240 M., und Scott erbot sich freiwillig, dem jungen Carnegie 400 M. vorzustrecken, wenn Andrew die nötige übrige Summe sich verschaffen könne. Andrew antwortete mit einem „Ja“, obgleich er noch keine Ahnung hatte, woher er die nötigen übrigen 1600 M. nehmen sollte. Jedoch er wußte jemanden, der stets Rat zu schaffen verstand: seine Mutter; ihr Finanzgenie hätte schon ganz andere Schwierigkeiten zu überwinden vermocht. Noch am selben Abend wurde Familienrat gehalten, und nachdem Andrew auseinandergesetzt, um was es sich handelte, erklärte seine Mutter: „Es muß durchgesetzt werden. Wir müssen eine Grund schuld auf unser Haus aufnehmen. Ich gehe morgen in aller Frühe nach Ohio, um Onkel Carnegie zu bitten, alles zu arrangieren.“ So geschah es; das Geld war zu Stelle; die Aktien wurden gekauft und das Haus verpfändet. Damit war der erste Eckstein zu Andrews zukünftigem Reichtum gelegt. Noch heute ist Carnegie nie endenden Preises voll für den Mut seiner von ihm vergötterten Mutter bei dieser Gelegenheit. „Sie traf stets das Rechte, wo und wann irrte