XII Einleitung. fessor, sondern gestützt auf die überreichen Erfahrungen einer an Erfolgen staunenswerten, wahrhaftig großartigen Kaufmanns- und Unternehmerlaufbahn! Schon allein deshalb sind Carnegies Aus führungen in hohem Grade beachtenswert, selbst dann, wenn er irrt oder fehlgeht. Der hier vorliegende Band enthält nicht nur interessante Be sprechungen aller der volkswirtschaftlichen Fragen, welche gegen wärtig die Welt bewegen und in ihrer Lösung vielleicht die wirt schaftliche Zukunft aller Kulturvölker bestimmen dürften, sondern auch eine Reihe ganz neuer Aufschlüsse über amerikanische Unter nehmungen, welche in ihrer Großartigkeit alles in der europäischen Welt Bekannte weit hinter sich lassen. Besonders dem jungen deutschen Kaufmann möchte ich das Buch zu eindringendem Studium empfehlen; sollte es junge Deutsche veranlassen, statt nach England, nach den Vereinigten Staaten zur Vervollkommnung ihrer kauf männischen Ausbildung zu gehen, so wäre das im Interesse unseres eigenen, vaterländischen Handels und Gewerbefleißes nur mit Freu den zu begrüßen. In Neuyork und in den großen Unternehmungs zentren des amerikanischen Westens gibt es für einen jungen deut schen Kaufmann heute viel mehr zu lernen, als in dem teilweise sehr veralteten London. Es ist nur natürlich, daß Carnegie bei seinen volkswirtschaftlichen Anschauungen zunächst Amerika und England im Auge hat. Die großartigen amerikanischen Verhältnisse lassen ihn manchesmal den Umstand übersehen, daß nicht alles was für Amerika, ja selbst für England zutrifft, für andere Länder und Staaten nur beschränkte oder auch gar keine Geltung in Anspruch nehmen kann. Beispielsweise sind Carnegies Ausführungen über landwirtschaftliche Verhältnisse wohl im Prinzipe richtig. Es ist vollkommen wahr, daß die Ten denz landwirtschaftlich gesunder Entwicklung nach Ausbildung des kleinen Landbesitzes und Zerstörung der großen Latifundien hin zielt (etwas, was sich die Verteidiger des neuesten deutschen Zoll tarifs wohl merken sollten), allein Carnegie vergißt in seinen Aus führungen auf die sehr wichtige Verschiedenheit des Bodenwertes das nötige Gewicht zu legen. Der leichte Sandboden der Lüneburger Heide braucht beispielsweise zu seiner Urbarmachung selbstverständ lich einen viel größeren Kapitalaufwand als etwa die schwere west fälische Erde, und auch der Umfang eines Landgutes bei leichtem