Geldmangel und Geldgebrauch. 19 wendig. Es wäre nicht weise, eine Goldmünze kleiner als im Werte eines Dollars zu prägen, denn solche Münzen müßten zu winzig ausfallen; ebenso wäre Silber in höherem Betrag als dem eines Dollars unbequem, weil das Münzstück zu groß ausfallen würde. Wir hatten daher weniger wertvolles Metall für kleine Summen zu gebrauchen und nahmen also zunächst Silber; doch bald stellte sich’s heraus, daß wir auch Silber für kleinere als 10 Centstücke nicht verwenden konnten, denn der Dime 1 ) ist die in Silber kleinst- mögliche Münze. Daher sahen wir uns gezwungen, für noch kleinere Werte ein anderes Metall zu benutzen, ein Metall von noch geringerem Werte als Silber. So bedienten wir uns, um Fünfcentstücke zu schlagen, eines Gemisches von Nickel und Kupfer; wieder zeigte sich's bald, daß sogar Nickel für Ein- oder Zweicentstücke zu wertvoll, und so blieb uns für die Prägung dieser kleinsten Stücke nur Kupfer übrig — alles in dem Bemühen, jeder Münzsorte den Metallwert möglichst dem von der Regierung ihr zugeschriebenen Werte entsprechend zu geben. Wir bestrebten uns daher, in ein Centstück ein Stück Kupfer im Werte eines Cent und in ein Nickelstück soviel Nickel und Kupfer, als einem 5 Cent stück entspricht, hineinzutun; da jedoch Nickel und Kupfer einem täglichen Wertwechsel noch mehr als Silber unterworfen sind, so ist es unmöglich, jeder Münze den vollen Metallwert zu geben. Wenn wir hineintun, was an einem bestimmten Tage dem vollen Metallwert gleichkommt, und Nickel, Kupfer und Silber dann auf dem Metallmarkt im Preise steigen, so würden die, welche mit solchen Metallen handeln, die Münzen einschmelzen und dabei ihren Gewinn machen; folgerichtig ständen wir in solchen Fällen sehr bald ganz ohne solche Münzen da. Deshalb müssen wir stets etwas weniger Metall für diese Art Münzen verwenden, damit sie nicht für den vollen Metallwert, den sie vorstellen, verkauft werden können. Aus diesem Grunde werden alle solche kleinen Münzen in der Geschichte des Geldes „Zeichen- oder Scheidemünzen“ ge nannt. Sie gelten als ein Zeichen, welches besagt, daß man dafür so und so viel Gold erhalten kann. Jeder Besitzer von zwanzig Nickeln muß zum Empfange von einem Golddollar berechtigt sein, J ) Dime (10 Cents = 40 Pf.).