27 Vergleich zwischen Silber- und Goldwährung; sitzen, werden durch die Silberfrage in Mitleidenschaft gezogen; denn infolge des früher erwähnten Übereinkommens, demzufolge 15Vs Unzen Silber gegen eine Unze Gold ausgetauscht werden müssen, haben alle diese Nationen ungeheure Massen von Silber auf sich liegen. Viele von ihnen sahen lange Zeit voraus, wie es kommen würde und stellten infolgedessen ihre Silberkäufe ein; andere stießen einen großen Teil ihres Silberbesitzes ab und nahmen die reine Goldwährung an; dennoch besitzen die euro päischen Länder immerhin noch 11 Hundert Millionen Dollar ge setzlich geprägte Silbermünzen — neben den für den Kleinver kehr bestimmten Silber-Scheidemünzen. Man würde irren, wollte man den gegenwärtigen Marktpreis des Silbers höher als 25 Unzen für eine Unze Gold einschätzen, anstatt der 15V2 Unzen, welche die verschiedenen Vertragsländer für eine Unze Gold gezahlt haben. Alle europäischen Länder sind während der letzten Jahre und noch heute bemüht, ihr Silber los zu werden. Im Jahre 1878 schlossen die Länder, welche den Silberpreis zurzeit festgesetzt und die Lateinische Union bilden — Frankreich, Belgien, Italien, die Schweiz und Griechenland — ihre Münzstätten für immer der legalen Silberprägung. Norwegen, Schweden und Dänemark flüch teten sich 1873 und 1875 vor der Silberlawine zur reinen Gold währung hinüber, bei der sie auch heute noch stehen geblieben sind. Ebenso hat Österreich-Ungarn 1879, abgesehen von einer kleinen Summe Levante-Silbertaler für ein begrenztes Handels gebiet, Silber nicht mehr geschlagen. Sogar das halbzivilisierte Rußland sah sich alarmiert und entrang sich der Silbergefahr so schnell wie möglich. Im Jahre 1876 schloß es seine Münzstätten für das gefährliche Metall; nur ein bestimmtes, geringes Quantum von Silbermünzen, dessen Abgabe an China Rußland sicher war, wurde dort geschlagen. Man sieht, alle Länder, welche es mit dem Silber versuchten und dadurch zur Erkenntnis der damit verbundenen Nachteile und Gefahren kamen, boten und bieten alle nur möglichen Mittel auf, um sich seiner zu entledigen. Seit mehr als dreizehn Jahren haben sie es von ihren Münzstätten voll kommen ausgeschlossen; denn während dieser ganzen Periode sind vollgültige Silbermünzen in Europa nicht weiter ausgegeben