36 III. Siiberwährung. mag vergleichsweise zwei Nationalflaggen für ein und dasselbe Land fordern. Gerade so gewiß, wie jeder Bürger gezwungen ist, nur ein Banner zu wählen, bei welchem er steht oder fällt, gerade so gewiß muß er sich für nur eine Währung entscheiden: Silber oder Gold. Die Normalwährung kann ihren Thron ebenso wenig mit einer anderen Währung teilen, als das Dreistem- banner sein souveränes Recht mit einer anderen Flagge in unserem eigenen Lande: auch für das „Geld“ besteht das Gesetz: das Schlechteste treibt das Beste aus dem Felde. Die Ursache davon liegt klar auf der Hand. Angenommen man hät ein Fünfdollarstück in Gold und ein Fünfdollarstück in Silber, und es bestünde ein Zweifel darüber, ob ein bloßes Kongreßgesetz Silber im gleichen Werte wie Gold erhalten könnte: dann mögen vielleicht 99 unter 100 Leuten glau ben, das Gesetz sei imstande dem; Silber den Wert zu geben, welchen es an und für sich 1 nicht besitzt; aber einer unter den Hundert mag vielleicht doch daran zweifeln. Ich denke, je mehr man über „Geld“ weiß, desto mehr Zweifel wird man haben; ferner, wenn die anderen auch keinen Verdacht hegen, so wird die Tatsache, daß ich selbst Verdacht habe, sie auf den Gedanken führen: Vielleicht hat er doch recht, und ich habe unrecht. Ich denke, ich zahle Smith besser morgen mit Silber für sein Grün zeug und gebe meiner Frau das schöne Goldstück zum Sparen; dann bedarf es keines Kongreßaktes — alle Kongreßakte der Welt ver mögen seinen Wert nicht zu verringern; dieses Stück Goldmetall ist überall durch die ganze Welt fünf Dollar wert, ganz abgesehen von dem Regierungsstempel; dagegen haben diese fünf Stücke Silber hier nur drei Dollar und 75 Cent wirklichen Metalhvert. Ja, ja, ich will Smith das Silber geben — mir taugt das Gold besser!“ Smith — man darf dessen sicher sein — entledigt sich des Silbers, sobald er kann, an Jones. Und wie er, werden es viele Leute halten. Als Folge davon wird das Gold im Lande ganz aus dem Geschäft verschwinden und Silber allein im Umlauf bleiben; denn jed weder, der Silber erhält, sucht es so schnell wie möglich wieder los zu werden, und so zirkuliert es immerfort; dagegen hält der, welcher Gold kriegen kann, es zurück, so daß Gold bald nicht mehr im Umlaufe sein würde. Die weitere Folge davon muß nun