Ansprache an Arbeiter. 57 lächeln; ich selbst sagte zu Thomson: „Sie setzen mich' in Er staunen, Herr Thomson. Ich verstehe ja nichts vom Maschinen wesen.“ Eben deshalb will ich — so lautete seine Antwort daß sie die Oberaufsicht übernehmen, denn ich habe noch niemals einen Mechaniker mit richtigem Urteil und gesundem Menschen verstand gefunden. Das war noch vor Hauptmann Jones Zeit. Er konnte also damit den Hauptmann nicht meinen. Die Ursache dieses Mangels an richtigem Urteil ist der Mangel an allgemeiner Bildung bei den Mechanikern. Ich meine die Kenntnis von Sachen und Dingen, von denen wir umgeben sind und mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Der beispiellose Aufschwung, den die Entwicklung der Bessemer Werke in diesem Lande genommen, hat darin seine vorzüglichste Ursache, daß — ungleich der übrigen Eisenindustrie — diese Werke in die Hände von Männern von großer wissenschaftlicher Bildung kamen. Die von diesen Männern geleisteten Dienste sind von der ganzen Welt anerkannt worden; ihnen wurde dafür ein Lohn zuteil, der vor wenigen Jahren noch als ungeheuerlich erschienen wäre; sie haben die mechanische Arbeit wieder gehoben und so dazu beigetragen, daß diese in den Augen der Welt wieder gewürdigt wurde. „Mechaniker, mechanische Ingenieure, Leiter von Stahlwerken“, diese Worte gelten jetzt als Ehrentitel. Wenn Sie Arbeit zu dem machen wollen, was sie sein sollte, dann bilden Sie sich weiter fort durch Er werbung nützlicher Kenntnisse. Das ist die Lehre, die ich nach- drücklichst betonen möchte. Streben Sie nach Kenntnissen, damit Sie erfahren, was die Welt getan hat und tut, und was der Gang der Dinge ist. Der Wert der Bildung, die junge Leute heute erlangen, darf nicht überschätzt werden; ganz besonders möchte ich auf die in den technischen Schulen erlangte Bildung hinweisen. Es gab eine Zeit, in der die menschliche Wissenschaft so gering war, daß es einem jungen Manne leicht wurde, alles zu umfassen. Die Lehr kurse unserer akademischen Schulen geben einen gründlichen Be weis für diese Tatsache. Heutzutage ist die Wissenschaft so verzweigt, so ausgedehnt und so genau, daß es für den einzelnen unmöglich geworden, mehr als ein kleines Gebiet zu kennen. Unser Zeitalter ist das Zeitalter der Spezialisten; deshalb sollten