VI. Wie kann man ein Vermögen erwerben? 79 Beides maciht seine Laufbahn erst lobenswert. Ein Mann mit sol chem Berufe ist der Menschheit nützlich. Der Kaufmann nützt durch Verteilung von Waren, der Bankier durch Besorgung von Kapital. Das dritte Hindernis bei jedem Vorwärtskommen, das fast so schlimm ist wie das Spekulieren, sind Bürgschaften jeder Art. Geschäftsleute bedürfen unregelmäßiger Geldzuschüsse; zu manchen Zeiten geringe, zu anderen Zeiten wieder ungeheure Summen. Da andere sich in derselben Lage befinden, so entsteht eine große Versuchung zu gegenseitigen Gefälligkeitswechseln. Diese Klippe müßte vermieden werden. Zweifellos gibt es Fälle, in denen man einem Freunde helfen soll; dennoch gilt auch für diesen Fall eine Regel, die uns sichert: Niemand sollte Zahlungs verpflichtungen für einen anderen übernehmen, wenn er nicht genügend Kasse zur Einlösung einer solchen Verpflichtung hat, ohne daß sein eigenes Geschäft dadurch Schaden leidet. Der gleichen zu tun, ist nicht ehrenhaft. Jedermann hat sich als Ver walter derjenigen anzusehen, die ihm selbst vertraut haben, und sein Gläubiger besitzt ein volles Recht auf all sein Kapital und all seinen Kredit. Für Deine eigene Firma Deinen Namen, Dein Vermögen und Deiner Ehre Heiligtum — alles; in jedem anderen Falle jedoch, ganz gleichgültig, wie immer die Verhältnisse liegen mögen, leiste nur die Hilfe, welche Du ohne Gefahr für Deine eigenen Verpflichtungen leisten kannst. Das beste ist deshalb, lieber bares Dir selbst entbehrliches Geld herzugeben, als Dein Akzept oder Deine Bürgschaft. Ein anderer wichtiger Grund für den geschäftlichen Mißerfolg junger Leute ist der Mangel an Konzentration. Sie sind zu Kapitalsanlagen außerhalb ihrer eigent lichen Tätigkeit geneigt. Das ist die Ursache vieles überraschen den Mißlingens. Jedes bißchen Kapital, jeder geschäftliche Ge danke, jedes bißchen Kredit sollte auf das eine Geschäft verwandt werden, dem man sich gewidmet hat. Zersplittere niemals Deine Mittel. Das muß ein armseliges Geschäft sein, welches bei ver mehrter Kapitalsanlage nicht bessere Erträge liefert, als jede andere dem Geschäfte fremde Anlage. Kein Mensch, keine Mehrheit von Männern, und keine Gesellschaft vermag eines Geschäftsmannes Geld so richtig anzuwenden, wie er selbst. Die Regel: „Tu nicht