IX. Englisch-amerikanische Handels beziehungen. An der Schwelle dieser großen Frage begegnen wir dem immer noch nicht veralteten Diskussionsstoff: Freihandel wider Schutzzoll. Zunächst: Es gibt nur eine Art von Freihandel, doch zwei Arten von Schutzzoll: der britische Schutzoll und seine amerikanische Spielart; beide voneinander außerordentlich ver schieden in der Theorie sowohl, wie in der Praxis. In Britannien versteht man unter Schutzzoll einfach eine Verteuerung der Volks nahrung und als Folge davon eine dauernde und künstliche Steige rung im Werte von Grund und Boden. Dagegen ist die amerika nische Idee des Schutzzolls die von Stuart Mill vorausgesehene. Sie hält sich an Adam Smiths großer Lehre, deren Kernpunkt darin besteht, jeden Artikel bei vollkommen freiem Güteraustausch zu dem möglichst niedrigen Preise zu verkaufen. Haben wir Grund, daran zu glauben, daß die natürlichen Quellen eines Landes zu besserer und billigerer Herstellung eines Artikels, als es in irgend einem anderen Lande möglich ist, nur der Entwicklung bedürfen, dann müssen wir Adam Smith zustimmen, welcher es für ersprießlich hält, eine Zeitlang den betreffenden Artikel teurer zu bezahlen, wenn zu guter Letzt dadurch ein größerer Markt für das ein heimische Produkt gewonnen wird. Adam Smith war also keines wegs ein wilder Dogmatiker in Verteidigung des Freihandels; er faßte vielmehr seine Meinung dahin zusammen, daß man ebensogut in dieser Welt auf ein Utopien, wie auf Durchsetzung vollkommenen Freihandels, selbst in Großbritannien, hoffen dürfe; wo es sich um Änderung der fiskalischen Gesetze handelt, spricht er sich über diesen Punkt ganz klar dahin aus, daß solche Änderungen nur allmählich und ohne jeden ernsten Schäden für den bestehenden